Startpunkt der Seidenstrasse

Xi’an, das ist der Name der 4 Millionen Einwohner großen Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi, meine nächste Station auf meiner Reise auf das „Dach der Welt“. Eigentlich hatte ich den Zwischenstop hier primär aus drei Gründen eingelegt. Einerseits wollte ich außer Peking noch eine weitere chinesische Großstadt kennen lernen und zudem die Strecke nach Tibet nicht „in einem Rutsch“ zurücklegen. Der dritte Grund liegt auf der Hand, die Terracotta-Armee.

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Xi’an – Hauptstadt der Kaligraphie

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Downtown Xi’an bei Nacht – alle wollen rein, kaum einer raus …

Xi’an war in früherer Zeit, da der Handel zwischen Okzident und Orient über die berühmte durch große Teile Zentralasiens führende Seidenstrasse erfolgte, der Startpunkt eben dieser. Als Vermächtnis dieser Zeit besitzt Xi’an eine nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer und ist zentraler touristischer Ausgangspunkt für Besichtigungen der weltberühmten Terracotta-Armee, die ich bereits in einem vorherigen Beitrag gewürdigt habe.

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auf der Mauer, auf der Lauer …

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die Stadtmauer bei Nacht

Man täte Xi’an aber unrecht, würde man sie nur als Stadt sehen, die ihre Bekanntheit der Entdeckung des Mausoleums Kaisers Qin Shi Huangdis zu verdanken hat … das ist zwar so aber sie hat auch darüber hinaus einiges zu bieten. Neben der oben genannten imposanten 14 Kilometer langen, 10-12 Meter hohen und bis zu 18 Meter breiten Stadtmauer, die die Innenstadt Xi’ans einfasst, gibt es noch eine ganze Reihe sehenswerter Bauten, wie die 1250 Jahre alte große Moschee im muslimischen Viertel, den Trommel- und den Glockenturm sowie die 64 Meter hohe „große Wildganspagode“.

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Bell-Tower … wenn die Glocken läuten, wurden die Zugbrücken morgens runter gelassen

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Drum-Tower … wenn die Trommeln dröhnen, sind die Zugbrücken abends hochzuziehen

Der Name Wildganspagode geht auf eine indische Legende zurück: „Einst gab es ein Kloster des Hinayana-Buddhismus, in welchem Mönche auch Fleisch essen durften. Eines Tages gingen die Fleischvorräte zu Ende und einer der Mönche rief: „Wir haben kein Fleisch mehr, und Buddha sollte das wissen“. In diesem Moment fiel eine Gans aus einer Schar Wildgänse, die gerade über das Kloster flogen, tot vom Himmel. Die erschrockenen Mönche – im Glauben, Buddha selbst habe sich geopfert – errichteten der Gans eine Pagode“. Lustig oder? Als wenn Buddha wie eine Wildgans aussehen würde … aber wahrscheinlich durften die nicht nur Fleisch essen, sondern auch Schnaps trinken …

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irgendwo hier muß die Wildgans runter geplumpst sein …

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China-Town is everywhere

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Terracotta-Krieger

Das Mausoleum ist eine frühchinesische Grabanlage aus dem Jahre 210 v.Chr., welche für den ersten chinesischen Kaiser Qin Shi Huangdi erbaut wurde. Es ist eine der größten Grabbauten weltweit und ebenso bekannt für seine Soldatenfiguren, die Terrakotta-Armee.

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Die Terrakotta-Armee wurde im März 1974 während einer Brunnenbohrung von Bauern im nahe gelegenen Dorf Xijang gefunden. Wenige Tage später bereits begann ein chinesisches Archäologen-Team damit, die Sensation freizulegen. In mehrjähriger Arbeit wurden nach und nach viele tausend der lebensgroßen Terrakotta-Figuren freigelegt. Heute ist die Terrakotta-Armee Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und eines der beeindruckendsten und wertvollsten Zeugnisse der frühen chinesischen Geschichte. Noch heute sind Archäologen mit der Freilegung weiterer Funde beschäftigt. Wir fragten uns nur, wann die denn wohl arbeiten, ist das Mausoleum doch tagsüber an 7 Tagen die Woche für Touristen geöffnet und die wollen auf ihren Fotos ja keine Archäologen drauf haben. Vielleicht nachts!?

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Die Terrakotta-Armee, welche sich auf drei Gruben verteilt, besteht aus 7.278 lebensgroßen Soldaten (Fuß- und Reitsoldaten), denen Pferde und Kriegswagen und schon von den Erbauern mittels einer Chromsalzlösung gegen Verfall geschützte echte Waffen (Schwerter, Pfeilspitzen, Armbrüste) beigegeben sind. Es handelt sich um die Darstellung einer vollständigen Armee der damaligen Zeit. Die verschiedenen Ränge sind an unterschiedlichen Uniformen erkennbar.

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Bemerkenswert ist, dass alle diese Figuren individuell gestaltet sind, also keine zwei in Haltung, Gesichtszügen oder Ausstattungsdetails identisch sind. Offen ist bis heute die Frage, ob tatsächliche Soldaten von damals nachgebildet wurden oder ob die Erschaffer die unterschiedlichen Figuren frei gestalteten.

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Impressionen China

Im folgenden möchte ich euch noch ein paar Impressionen zu meiner bisherigen Zeit in China mit auf den Weg geben, manche sind durchaus lustig.

Mein Weg führt mich nun weiter nach Xi’an, Hauptstadt der Provinz Shaanxi. Xi’an liegt knapp 1.100 Kilometer südwestlich von Peking, die Fahrt mit der Bahn dorthin dauert rund 11 Stunden. Ich fahre mit einem Nachtexpresszug, der ohne Halt zum Zielort fährt. Reisen ist in China recht billig und komfortabel, Flüge sind meist sogar günstiger als der Zug. Der Vorteil des Zuges ist halt, daß man direkt am Hauptbahnhof meist in der Innenstadt ankommt. Xi’an ist bekannt für das achte Weltwunder … jaja, es gibt seit 1974 mehr als sieben, denn in dem Jahr wurde die Terracotta-Armee nahe Xi’an durch Bauern bei der Feldarbeit entdeckt und seitdem ist im beschaulichen Xi’an (hat halt nur eine niedrige einstellige Millionenzahl Einwohner) nichts mehr so, wie es zuvor war.

Doch dazu mehr im nächsten Beitrag …

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Heilig’s Blechle – ein chinesischer VfB-Fan! Er war sogar beim Pokalendspiel in Berlin letztes Jahr … unglaublich …

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wenn’s drückt, einfach laufen lassen – wer braucht schon Windeln???

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Siesta auf der Rikscha

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anscheinend mögen die Chinesen auch gerne russisches Essen!?

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Ich wußte es immer, die SPD hat ihre Schwarzgeldkonten in China!

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ganz schön schlau, die Chinesen …

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also, das ist doch mal ein Unikat oder?

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Anarchie auf chinesischen Strassen! Wenn’s zu langsam läuft, wird halt wild hupend rechts auf dem Standstreifen überholt … mit dem Bus wohlgemerkt …

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Buddha mag anstelle von Kerzen lieber Räucherstäbchen …

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wer DIE Stromversorgung warten muß, hat verloren …

Der Rest zu Land und Leute ist ohne Kommentar …

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Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Durchblättern …

 

 

 

 

 

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Foto-Update

Hallo ihr Lieben,

ich war mal wieder fleißig und habe heute die Fotos der letzten paar Tage bis einschließlich heute hoch geladen, die Foto-Galerie ist demnach up-to-date.

Inklusive der Terracotta-Armee des Kaisers Qin Shi Huang aus den Jahren 246 – 208 vor unserer Zeitrechnung – atemberaubend!!!

Reiseberichte zu meinem neuen Ziel Xi’an folgen.

Enjoy …

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Lautlose Gefahr

Peking gehört zu den Großstädten mit der höchsten Smogbelastung weltweit. Bei bestimmten Windbedingungen hängt mitunter eine Dunstglocke aus Abgasen wie ein Nebelteppich über der Stadt. Nicht wenige Menschen begegnen dem dadurch drohenden Gesundheitsrisiko mit einem Mundschutz, auf der Straße sowieso aber auch in der Subway oder im Restaurant.

Sehr viele Einheimische sind zudem aktiv bemüht, der Abgasbelastung entgegen zu wirken, denn Peking ist ein Eldorado der Elektromotorräder und -roller. Nicht jeder will schließlich Rikscha fahren. Pekings Freud ist des Touristen Leid. Dem im Straßenverkehr geräuschgewohnten Westeuropäer sind geräuschlose motorisierte Zweiräder weniger geläufig, was ihn mithin zur Unachtsamkeit verleitet. Nicht nur einmal mußte ich erschrocken auf den Bürgersteig hechten, weil ich im letzten Moment ein herannahendes Elektromotorrad, welches in der Regel zu schnell und nachts zudem oft unbeleuchtet unterwegs ist, zufällig visuell wahrgenommen hatte. Um mein individuelles Unfallrisiko gering zu halten, habe ich fortan meine Wahrnehmung im Straßenverkehr konsequent auf audio-visuell umparametriert … so wie wir es im Verkehrsunterricht der ersten Klasse vermittelt bekommen haben … erst links gucken, dann rechts gucken …

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Nationale Chaostage

Hinsichtlich der Smogbelastung hatte ich Glück, denn am 1. Oktober ist jährlicher Nationalfeiertag und vielerorten quasi für eine ganze Woche arbeitsfrei. Mein Aufenthalt in Peking fiel exakt in diese Freiwoche. Fazit: niedrigere Smogbelastung, relativ gute Sicht aber dafür mußte ich die Kröte schlucken, daß alle beschriebenen Sehenswürdigkeiten hoffnungslos überfüllt waren. Allein am letzten Sonntag soll z.B. der Sommerpalast von rund 110.000 (!) Menschen besucht worden sein. Ob diese Zahl am Ausgang, unabhängig davon, daß sie bereits 3 Stunden vor Schließung kund getan wurde, reinen Propaganda- und Imagezwecken dienlich sein soll, ist nicht überliefert. In dem Fall wäre zumindest die Glaubwürdigkeit für nicht-kommunistische Genossen infrage gestellt.

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ihr Herz schlägt für China … soviel ist klar

Nun ist es leider auch nicht so, daß die Chinesen rücksichtsvolle Menschen wären, ganz im Gegenteil. Habe ich von den Einwohner Russlands noch ausnahmslos positiv berichten können, so mußte ich beim Umgang mit der chinesischen Bevölkerung bisher rücksichtsloses Verhalten sowie eine ausgeprägte Arroganz und Egoismus und zwar unabhängig von Geschlecht und Alter feststellen. Es wird (vor-)gedrängelt und gerempelt was das Zeug hält, auf der Straße und in der Subway herrschen anarchieähnliche Zustände – jeder ist sich halt selbst der Nächste!

Was Buddha wohl dazu sagen würde? Ihm würde sicher beim Anblick dessen glatt vor Scham sein oftmals goldenes Antlitz abblättern.

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Im Reich der Mitte

Meine erste Station in China ist die Hauptstadt Peking, kulturelle, politische als auch historische Metropole der Volksrepublik, ein mit menschlichen Leibern überberstender 16-Millionen-Einwohner-Molloch. Peking ist in jeder Hinsicht gigantisch … gigantisch groß, voll, laut aber auch spektakulär. Spektakulär vor allem aufgrund seiner zahlreichen einmaligen und grandiosen Vermächtnisse der jahrtausendealten Kaiser-Dynastien Ming und Qing. Diese auch nur ansatzweise aufzuzählen würde den Rahmen dieses Blogs bei Weitem sprengen, deshalb seien nur die wichtigsten, die ich auch besucht habe, genannt. Viele von ihnen sind als UNESCO-Weltkulturerbe besonders geschützte Stätten.

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der Tian’anmen-Platz mit dem Tian’anmen-Tor im Hintergrund

Da wäre zum Einen das politische Zentrum der Volksrepublik China, der Tian’anmen-Platz, übersetzt Platz des himmlischen Friedens, einer der größten befestigten Versammlungsplätze der Welt, mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1 Mio. Menschen. Es waren die chinesischen Kommunisten, die den Platz des Himmlischen Friedens bauen ließen, nachdem sie den chinesischen Bürgerkrieg gegen die Regierung der Republik China gewonnen hatten. Während die Überreste der republikanischen Chinesen auf Taiwan einen neuen Staat aufbauten, ließ Mao Tsetung in Peking den Tian’anmen-Platz errichten, um hier Massenaufmärsche abhalten zu können. Hier wurde von Mao Tsetung z.B. die Volksrepublik China ausgerufen und jugendliche Massen zu Terroraktionen während der Kulturrevolution angestachelt.

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nachts sieht er friedlich aus – der Platz des himmlischen Friedens

Der Tian’anmen-Platz wird im Norden begrenzt durch das Tian’anmen-Tor, das Tor des himmlischen Friedens mit dem übergroßen Portrait Mao Tsetungs, der auch heute noch eine politische Ikone, vor allem der älteren Bevölkerung ist. Schliesslich war er einer der Hauptakteure der Kulturrevolution, die 1911 das Ende des chinesischen Kaiserreiches bedeutete. Ob danach alles besser wurde, ist zweifelhaft, jedoch erlebt zumindest die chinesische Wirtschaft der jüngeren Zeit einen Boom, der sie zur ökonomischen Weltmacht aufstiegen ließ.

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zum Nationalfeiertag gibt es Blumen – wie alles in Peking … überdimensioniert

Durch das Tian’anmen-Tor betritt man die heiligste Stätte des ehemaligen Kaiserreiches, die verbotene Stadt. Die „forbidden city“ mit dem Kaiserpalast war das religiöse und politische und somit das Machtzentrum im Kaiserreich und durfte, daher der Name, von der normalen Bevölkerung nicht betreten werde. Es ist nicht EIN Palast im engeren Sinne, sondern der größte Palastkomplex der Welt, eine eigene Stadt in der Stadt. Neben dem Kaiserpalast beherbergt die verbotene Stadt nicht mehr aber auch nicht weniger als 890 weitere historische Gebäude. Für 24 chinesische Kaiser war die verbotene Stadt ihr Zuhause. Einer chinesischen Legende nach gab es innerhalb der verbotenen Stadt genau neuntausendneunhundertneunundneunzigeinhalb Räume, denn nur der Himmel durfte zehntausend Räume haben. Die Zahl 10.000 steht im Chinesischen oft für „unendlich“. Der Kaiserpalast und die übrigen Gebäude in der Verbotenen Stadt haben also „ein halbes Zimmer weniger als unendlich viele Räume“. Wäre ja auch maßlos :-).

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Der Himmelstempel Park in Peking ist eines der bekanntesten und meist besuchten historischen Bauwerke der chinesischen Hauptstadt. Er stammt aus der Zeit der Ming-Dynastie, die China im späten Mittelalter regierte. Der Himmelstempel Park mit der zentralen „hall of prayer for good harvests“ ist schiere geometrische Perfektion und der ultimative Ausdruck der chinesischen Verbundenheit mit den himmlischen Kräften.

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schiere geometrische Perfektion – der „circular mound altar“

Der Kaiser ist in seiner Rolle als Abgesandter des Himmels auf Erden dafür verantwortlich, die Anliegen seiner Bevölkerung mit den himmlischen Mächten zu klären, etwa um den Himmel anzurufen und um eine gute Ernte zu erbitten. Eigentlich ein cooler Job oder? Nicht ganz, denn wiederholt schlechte Ernten konnten auch für den Kaiser gefährlich werden, bedeuteten sie doch, dass er das Wohlwollen des Himmels verloren hatte, und damit die Legitimität, das Reich zu regieren. Nicht wenige Umstürzte in der chinesischen Geschichte wurden so ausgelöst.

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im Zentrum des Himmelstempel Parks

Arbeitsplatz des Kaisers bei dieser Aufgabe war bei oben genanntem Anliegen die bereits erwähnte „hall of prayer for good harvests“.

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die „hall of prayer for good harvests“

Wegen seiner kulturellen und architektonischen Bedeutung wurde der Himmelstempel von Peking in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Er spielte nicht nur kulturell eine wichtige Rolle im späten dynastischen China, sondern ist auch ein wichtiges Bauwerk der klassischen chinesischen Architektur in Peking.

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dekorativ – Parkanlagen der Stadt Souzhou im Sommerpalast-Park

Der Sommerpalast von Peking war ein Sommersitz der chinesischen Kaiser der Qing-Dynastie, der letzen chinesischen Kaiserdynastie, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts durch die Repubik China gestürzt wurde. Der Sommerpalast ist der einzige erhaltene kaiserliche Garten, in ihm ist der vollkommene  Traum der chinesischen Gartenarchitektur verwirklicht.

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wunderschöne Parkanlagen rund um den Sommerpalast

Der Sommerpalast ist umgeben von einer großen und gut restaurierten Parkanlage, die sich rund um den Kunming-See des Sommerpalasts erstreckt. Innerhalb der Parkanlage befinden sich zahlreiche Gebäude, religiöse Tempel und dekorative Bauwerke, unter anderem ein großes Schiff, das komplett aus Marmor gebaut ist.

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Skyline von Peking beim Blick über den Kunming-See

Der Bau des neuen Sommerpalasts wurd um das Jahr 1750 begonnen. Der Sommerpalast wurde zweimal in den Jahren 1860 und 1900, von europäischen Besatzungsmächten zerstört und jeweils durch das Qing-Kaiserhaus wieder aufgebaut. Die Zerstörung des Sommerpalasts war jeweils eine Strafakton gegen den Qing-Kaiser. Ein weiteres Mal wurde der Sommerpalast während der von Mao Tsetung ausgelösten Kulturrevolution in den späten Sechzigerjahren stark beschädigt. Noch heute kann man in einigen Teilen des Sommerpalasts die kopflosen Buddha-Statuen sehen. Während der Kulturrevolution durch Mao Tsetung aufgehetzt, zogen Jugendliche in ganz China aus, um die Geschichte des Landes zu zerstören. Unzählige historische Kunstwerke und Statuen fielen dem Mob zum Opfen.

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Zuletzt die chinesische Mauer, sie dürfte jedem ein Begriff sein, stellt sie doch eines der sieben Weltwunder dar und soll, so der allgemeine Volksglaube, das einzige Bauwerk sein, welches man auch aus dem Weltall erkennen kann. Mit dieser Mär räumen wir zunächst einmal auf. Einerseits sähe die chinesische Mauer, würde man sie aus dem Weltall sehen, wie eine simple Strasse aus und andererseits, was viel wichtiger ist, wurde sie seinerzeit aus Materialien, insbesondere Stein, erbaut, das aus den umliegenden Gebirgen stammt. Dies diente zum Zwecke der Tarnung. Die chinesische Mauer war dadurch farblich in die übrige Landschaft integriert und schwerer für Feinde zu erkennen – erst recht aus dem Weltall, sofern die Chinesen dort Feinde gehabt hätten. Nichtsdestotrotz, das Bauwerk ist gewaltig und man kann sich nicht im Entferntesten vorstellen, wieviel Zeit und Mühen es gekostet haben muss, dieses Wunderwerk von fast 9.000 Kilometer Länge auf die Gebirgskämme zu bauen. Ja, die chinesische Mauer verläuft größtenteils auf den Scheiteln der Gebirge, ist insofern durchgehend mit teils enormen Steigungen und Gefällen versehen, ich kann das im Schweiße meines Angesichtes bestätigen. Und wenn ich schon mit meinem Tagesrucksack gehörig ins Schwitzen kam, möchte ich nicht wissen, welche Anstrengung das Begehen der chinesischen Mauer für die Soldaten in voller Kampfmontur, mit Kettenhemd und Bewaffnung gewesen sein muß.

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Weniger (kunst-)historisch, dafür vielmehr neuzeitlich wegen ihrer außergewöhnlichen Architektur bekannt sind die Überbleibsel der Olympischen Spiele in Peking 2008, insbesondere das „bird’s nest“ (Vogelnest => Nationalstadion) und der „aquatic park“ (Schwimmhalle). Das gesamte olympische Gelände mutet sehr schön, modern und futuristisch an, besonders abends, wenn die Architekturen illuminiert werden. Der Olympic Park ist selbstverständlich wie alles in Peking enorm groß und weitläufig.

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Bird’s Nest und Aquatic Park

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Foto-Update

Hallo ihr Lieben,

ich war mal wieder fleißig und habe heute die Fotos der letzten paar Tage bis einschließlich heute hoch geladen, die Foto-Galerie ist demnach up-to-date.

Enjoy …

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Ins Reich der Mitte

Langsam! Bevor ich mich mit dem Reich der Mitte beschäftigen konnte, musste noch ein, so dachte ich, heikler Grenzübertritt von der Mongolei nach China bewältigt werden. Nach meinen Erfahrungen diesbezüglich bei der Pass- und Gepäckkontrolle von Russland in die Mongolei, vermutete ich ähnliche endlose Warterei in der Einöde und schlecht gelaunte Grenzbeamte. Naja, Beamte nach deutschem Vorbild waren das wohl nicht, kaum vorstellbar, daß ein solches Modell noch in anderen Ländern dieser Erde existiert, eher Staatsangestellte, aber ob’s das besser macht? Und schlechte Laune kann man der exekutiven Grenzsicherung auch kaum vorwerfen, wenn man tagein, tagaus Horden überwiegend westlicher Touristen mit oft ebensolchen Manieren und teils alkoholisiert in die mongolische Steppe entlassen darf. Deshalb explizit – kein Vorwurf!

Die Ausreise aus der Mongolei verlief erwartungsgemäß unspektakulär. Zu meinem und zum allgemeinen Erstaunen der meisten Mitreisenden gestaltete sich die als kritisch erachtete Einreise nach China jedoch ebenso unspektakulär, zumindest in Bezug auf die Immigrationsformalitäten. Dies überrascht, weiß man doch um die sehr regulative und zensierende Natur der konservativen kommunistischen Regierung Chinas, um es mal vorsichtig auszudrücken. Mir war noch gut im Gedächtnis, wie die Studentenproteste auf dem Platz des himmlischen Friedens 1989 weniger friedlich, eher brutal und blutig niedergeschlagen wurden und in welchen Genuss der leidenschaftlichen Überwachung des Internets jeder seiner Nutzer in China kommt. Dagegen ist jede professionelle Firewall und Kinderschutzsicherung ein harmloser Klettverschluss. Ich kann das bestätigen, bei bestimmte Google-Anfragen (z.B. China Kommunismus) kommt ein seltsamer Seiten-Ladefehler. Die können sogar deutsch! Erfreulicherweise war dem jedoch garnicht so, wir wurden lediglich zweimal kontrolliert, von Immigrations- und Zollbehörde und selbst die obligative Gepäckkontrolle fiel aus.

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hydraulische (?) Waggon-Hebebühne

Nun, dann sind wir schnell durch, dachte ich, doch weit gefehlt. Uns stand nämlich die allseits mit Spannung erwartete Umrüstung des Zuges auf die schmalere Spurbreite des chinesischen Schienensystems bevor. Diese ist nämlich weltweit einmalig, tatsächlich ein Spektakel und ein technisches Wunderwerk. Die Waggons werden einzeln entkoppelt, zusammen in eine Art Stellwerk gefahren und mit einer, so meine Vermutung, hydraulischen Hebeeinrichtungen, 4 Stück je Waggon – vorne, hinten, links, rechts, ca. 3 Meter in die Luft gehoben, während unter dem Rock das Höschen, äh, die Achsen gewechselt werden – das alles bei voller Beladung und mit allen Reisenden an Bord! Die Achsen werden auf eine Art Schienensystem heraus gefahren und die schmaleren Achsen herein gefahren. nachdem die Waggons auf die neuen Achsen gesetzt wurden, wird das Höschen wieder zugeschnürt, mensch, ich meine natürlich, die Achsen fixiert. Irgendwie habe ich heute obszöne Hintergedanken aber das sei nach den vielen Reisewochen ja mal erlaubt ;-).

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fliegender Waggon

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die neuen Höschen 🙂

Nachdem diese spannende Prozedur beendet war, rollten wir gegen Mitternacht endlich in das Reich der Mitte.

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Begegnungen der besonderen Art

Der Rest des zweiten Tages bei den ländlich lebenden Mongolen war, neben dem Besuch des Dschinghis Khan Denkmals, geprägt von Begegnungen mit der Natur in Form von Wanderungen in den Bergen des Terelj Nationalparks und von Begegnungen der besonderen Art. Im Rahmen des Besuchs des Dschinghis Khan Denkmals, welches auch zwei sehenswerte Museen beherbergt, war ich vertieft in die mongolische Geschichte und las mir die Schaubilder durch, als ich plötzlich meinen Namen hörte. „Huch“, dachte ich, „ist der Name Jenko nun schon bis zu den Mongolen durchgedrungen?“. Nö, ganz und gar nicht. Vielmehr hatten Andy und Carmen mich gesehen und mit erstaunten Gesichtern freudig wiedererkannt. Sie haben auf dem Weg in die Wüste Gobi ebenfalls am Denkmal einen Stop eingelegt. Soviel zum Thema „man sieht sich immer zweimal im Leben – mindestens“. Uns drei führte der Zufall nun schon das dritte Mal am dritten Ort im zweiten Land zusammen, really funny!

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Wiedersehen im Museum – Andy, ich und Carmen

Abends traf ich mich mit Greg (ihr erinnert euch … der Australier aus Sydney) zum Dinner in UB. Wir hatten uns viel zu erzählen, denn auch er war im Rahmen einer Zweitagestour im mongolischen Outback unterwegs, jedoch hatte er einen anderen Nationalpark besucht. Zudem fanden wir heraus, daß wir am Freitagmorgen auf unserer letzten Etappe der Transsibirischen Eisenbahn zusammen und sogar im selben Waggon gen China reisen werden. „Cool, dann wird’s wenigstens spaßig!“, waren wir uns einig. Daß es noch spaßiger werden würde, ahnten wir da noch nicht, …

… denn am kommenden Morgen fielen uns am Bahnsteig freudig Lisa und Anniek in die Arme. Das „Dream Team“ war für 24 Stunden Zugfahrt und eine weitere Grenzabfertigung in prognostizierter Länge der vorherigen wieder vereint! Klar, daß die beiden Mädels zudem wieder im selben Abteil wie ich einquartiert wurden *ungläubiges Kopfschütteln*. Zumindest hatten wir Ruhe vor Gregs Schnarcherei, die sicher eintreten wird, da, na ratet mal … ja, genau, Greg wieder einiges an mongolischem Geld übrig hatte und dieses selbstredend in Vodka anlegte. Immerhin, so versicherte er mir, kostet Vodka in Australien den vierfachen Preis, das müsse man ausnutzen. „Na dann“, war ich mir sicher, „macht er ja alles richtig“.

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Das „Dream-Team“ wiedervereint …

Was uns beim Grenzübertritt von der Mongolei nach China erwartete und wie die Ankunft in Peking verlief, ist eine andere Geschichte, die eines separaten Beitrags bedarf …

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