Hinsichtlich der Smogbelastung hatte ich Glück, denn am 1. Oktober ist jährlicher Nationalfeiertag und vielerorten quasi für eine ganze Woche arbeitsfrei. Mein Aufenthalt in Peking fiel exakt in diese Freiwoche. Fazit: niedrigere Smogbelastung, relativ gute Sicht aber dafür mußte ich die Kröte schlucken, daß alle beschriebenen Sehenswürdigkeiten hoffnungslos überfüllt waren. Allein am letzten Sonntag soll z.B. der Sommerpalast von rund 110.000 (!) Menschen besucht worden sein. Ob diese Zahl am Ausgang, unabhängig davon, daß sie bereits 3 Stunden vor Schließung kund getan wurde, reinen Propaganda- und Imagezwecken dienlich sein soll, ist nicht überliefert. In dem Fall wäre zumindest die Glaubwürdigkeit für nicht-kommunistische Genossen infrage gestellt.
Nun ist es leider auch nicht so, daß die Chinesen rücksichtsvolle Menschen wären, ganz im Gegenteil. Habe ich von den Einwohner Russlands noch ausnahmslos positiv berichten können, so mußte ich beim Umgang mit der chinesischen Bevölkerung bisher rücksichtsloses Verhalten sowie eine ausgeprägte Arroganz und Egoismus und zwar unabhängig von Geschlecht und Alter feststellen. Es wird (vor-)gedrängelt und gerempelt was das Zeug hält, auf der Straße und in der Subway herrschen anarchieähnliche Zustände – jeder ist sich halt selbst der Nächste!
Was Buddha wohl dazu sagen würde? Ihm würde sicher beim Anblick dessen glatt vor Scham sein oftmals goldenes Antlitz abblättern.
