St. Petersburg

Ich will gar nicht soviel über St. Petersburg schreiben, denn dann bin ich wahrscheinlich Ende der Woche noch nicht fertig. SPB, wie St. Petersburg in Kurzform genannt wird, ist eine traumhaft schöne Stadt, deren komplette Innenstadt UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Es gibt ca. 250 Museen und ungefähr weitere 4000 Kultur-, Geschichts- und Baudenkmäler in der Stadt. Ganze 15 % der Gebäude in St. Petersburg werden von der UNESCO als Denkmäler eingestuft – dies wird nur noch von Venedig übertroffen. 2003 feierte die Stadt ihr 300-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund wurden sehr viele Gebäude und Denkmäler aufwendig restauriert, was der Stadt an Schönheit die Spitze verliehen hat.

Leider gibt es nicht nur Positives in St. Petersburg. Aufgrund der hohen Verkehrsdichte
und der daraus resultierenden Luftverschmutzung sind sehr viele Gebäude in einem immens schlechten Zustand. In der Stadt sind vorwiegend Stilrichtungen aus Frühbarock, Klassizismus, Historismus und des Jungendstils zu finden. Später bildete sich noch der Russische Barock zur vollen Blüte aus. Einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des früheren Leningrads sind die Eremitage (eines der größten und ältesten Kunstmuseen der Welt), die Auferstehungskirche, die Isaaks-Kathedrale, der Katharinenpalast (mit restauriertem Bernsteinzimmer) oder das etwas ausserhalb gelegene Schloss Peterhof.

Alleine diese Ausführungen lassen erkennen, welch grandiose Vermächtnisse die Historie den heutigen Besuchern dieser pulsierenden und aufregenden Stadt hinterlassen hat.

Das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast darf man übrigens bei Androhung von Todesstrafe und sibirischer Zwangsarbeit nicht fotografieren! Was soll’s, ich hab’s trotzdem versucht, nach Sibirien fahre ich ja eh mit der Transsib. Und ich hab’s geschafft, das eine oder andere Video „mitlaufen“ zu lassen. Zwei Fotos sind auch halbwegs was geworden. Die bekommt ihr mit den anderen wunderbaren Fotos vom Peterhof, den dortigen Parkanlagen, dem Katharinenpalast und dem Katharinenpark aber erst am nächsten Dienstag, wenn ich wieder online bin. Bis dahin müßt ihr euch auf die Schnelle mit den ersten Fotos vom letzten Dienstag begnügen … Eremitage, Winterpalast, Palastplatz, Auferstehungskirche und Peter-und-Paul-Festung, das ist doch schon mal was … enjoy …

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Mythos Fastfood-Boykott

Eins noch vorweg, bevor ich als nächstes auf diese wundervolle atemberaubend schöne Stadt eingehe. Das mit dem Boykott amerikanischer Fastfood-Ketten ist eine dicke Ente! Ganz im Gegenteil, so wie die hier in Starbuck’s, Subway, PizzaHut, McDonalds und Burger King rennen, scheint mir eher, daß die Einheimischen das irgendwie falsch verstanden haben und zur Vergrößerung der amerikanischen Volkswirtschaft signifikant beitragen wollen. Aber vielleicht steckt ja auch Strategie dahinter, wer weiß schon, was Vladimir vorhat.

Wie gesagt, mehr zu SPB folgt später, ja, auch Fotos, jetzt muß ich aber los zum Katharinenpalast nach Pushkin. Den habe ich gestern nämlich nicht mehr geschafft, da ich die Fahrzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in dieser Mega-Stadt ziemlich falsch eingeschätzt habe. Naja, am Anfang lernt man ja noch … jedenfalls fahre ich hier nicht weg, ohne das Bernsteinzimmer gesehen zu haben, wenn auch nur nachkonstruiert.

Apropos wegfahren, heute Abend fahre ich ja gegen 23.30 Uhr mit dem Nachtzug nach Moskau, steige dort aber nur um (5 Stunden Aufenthalt, mal sehen, was in der Zeit geht) und gegen 13 Uhr dann mit der Transsibirischen Eisenbahn Richtung Irkutsk am Baikalsee. Die Zugfahrt dauert 4 Tage, erneute digitale Entgiftung ist angesagt. Demnach bin ich bereits ab heute Abend bis zum 23.9. im Offline-Modus. Zeitunterschied MESZ zu Irkutsk local time: + 7 Stunden.

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Apple Hostel Italy

Nach meinen Berechnungen hätte es zu Fuß etwa 10 Minuten von der Bushaltestelle bis zum Hostel gebraucht. Wenn das Hostel denn dort auch gewesen wäre, hätte zumindest das gestimmt. Es war aber nicht dort! Aber wo? Und wie herausfinden? Internet? Nein, kein W-LAN! Telefon? Nein, keine SIM-Karte und Skype geht auch nur über W-LAN! Was tun sprach Zeus? Fragen! Aber wen? Ich stand vor einer Pizzeria, die hieß „Italy“. „Passend“, dachte ich und „das haste schon mal gehört“. Ich rein und englisch, deutsch, Hände, Füße gebrauchend verklickerte ich dem netten Pizzabäcker, was ich will. Bingo! Das Apple Hostel Italy war sein Nachbar, ist aber im August umgezogen … nur eine Straße weiter.

So habe ich nicht allzu viel Zeit verloren … dachte ich. Da tauchte die nächste Herausforderung auf. In Russland scheint es üblich zu sein, daß Hauszugänge nicht von der Straßenseite sondern durch den Hof erreichbar sind. Der Zugang zum Hof erfolgt über eine gesicherte Tür. Vor der Tür prangert ein Schild „Apple Hostel Italy“ aber woher soll ich den Code kennen? Also warte ich, bis einer raus kommt, was zum Glück kurze Zeit später geschieht, und gehe durch die offene Tür in den Hof. Interessieren tut das offensichtlich niemanden. Ein Pfeil „Hostel“ zeigt in den Hof, nun, das habe ich mir gedacht. Aber welcher Eingang ist es nun? Nach Hostel sieht jedenfalls keiner aus. An den meisten ist aber zumindest ein Schild angebracht … an einem nicht. Wieder ein Tastenfeld zum Code eingeben … dachte ich. Einen jungen Mann, der gerade Mittagspause hatte und im Hof saß, zog ich einfach zu diesem Ratespiel hinzu, macht zu zweit doch weitaus mehr Spaß. Er drückt auf die einzelnen Zahlen. Da muß man keinen Code eingeben, das sind die einzelnen Klingeln der Parteien im Haus! Der ist im Raten besser als ich aber der wohnt ja auch hier. Bei keiner Klingel passiert was. Er nach vorne zum Tor. Irgendwie bekommt er eine Telefonnummer raus, die hätte er auch von mir haben können, wenn er gefragt hätte. Er ruft die Nummer an und bekommt nun doch einen Code. Den gibt er ein und siehe da, wie von Geisterhand öffnet sich die Tür. Ich bedanke mich artig und muß erfreut feststellen, daß die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit in diesem Land durchaus einen hohen Stellenwert hat. Ich hoch in die zweite Etage und da bin ich endlich.

Ach ja, die Codes für Hof-Tür und Eingangs-Tür habe ich jetzt auch, die standen wohl in einer Mail, die man mir geschickt haben will. Ich schaue nach. Sie liegt im SPAM-Ordner. Logisch, bei dem Absendernamen … Apple Hostel Italy …

Apple

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Immigrations- und Sprachwirren

In Anbetracht dessen, daß, laut Aussage einer Einheimischen, St. Petersburg nur jährlich an die 60-70 Sonnentage haben soll, habe ich es eigentlich ganz gut erwischt. Der gestrige Dienstag hatte von der Dämmerung bis zum Sonnenuntergang strahlend blauen Himmel  und um die 18 Grad parat. Beste Voraussetzungen also für einen wunderbaren ersten Tag auf russischem Boden, nur, da mußte ich erst einmal hinkommen. Der Hafenbereich ist zwar auch russischer Boden aber irgendwie hatte ich schon das Gefühl, daß der eiserne Vorhang allgegenwärtig war, was in Form des Immigrationsprocederes dann auch Realität wurde.

Das die Immigrationsbehörden bereits auf dem Schiff die Pässe kontrollierten, fand ich ja löblich, da ich mir dadurch erhoffte, die Formalien schnell hinter mich bringen und mit dem angenehmen Teil, der Besichtigung St. Petersburgs beginnen zu können. Weit gefehlt! Nach Verlassen des Schiffes ging es dann noch drei (!) Mal durch irgendwelche Kontrollen und Gepäckprüfungen, so daß ich nach Ankunft des Schiffes um 7 Uhr local time letztlich erst gegen 11 Uhr „genehmigter Tourist“ war und die Pforten des Hafengebietes hinter mir gelassen hatte.

Da stand ich nun, schaute mich um und ja, so hatte ich mir Russland vorgestellt, irgendwie genau, wie bei uns nur älter, heruntergekommener, die Häuser, die Strassen, die Bürgersteige, „Altlasten sozialistischen Wirkens“ dachte ich mir. Und es gab noch einen gravierenden Unterschied … nahezu jedes geschriebene Wort war auf Kyrillisch verfasst. Nicht, daß ich das nicht wußte aber dennoch war ich, wie ich zu meiner Schande zugestehen muß, nur unzureichend vorbereitet. Ich habe zunächst nichts verstanden, weder, was die Fahrkartenfrau im Bus mir so alles erzählte noch, was auf den Straßenschildern und anderen hinweisgeeigneten Medien stand. Zum Glück kann ich mich auf meine Intuition und meine Erfahrung mit dem Reisen in Ländern, deren Sprache ich nicht beherrsche, verlassen.

So fand ich die richtige Bushaltestelle, stieg in den richtigen Bus Nr. 22 nach Downtown St. Petersburg und stieg an der richtigen Haltestelle aus. Man kann sich in einem solchen Fall ideal an Landmarks orientieren, sofern man sich mit diesen im Vorfeld beschäftigt hat und die es in St. Petersburg in Hülle und Fülle gibt. Ich stieg somit am Nevsky Prospekt, der Flaniermeile, aus und war nur noch einen Steinwurf von meinem Hostel entfernt, Apple Hostel Italy, ihr erinnert euch? So dachte ich zumindest … aber das ist eine andere Geschichte, die später erzählt werden will …

Ich muß jetzt nämlich los, mir die Petersburgcard besorgen, da heute Ausflüge zum Schloss Peterhof, einer russischen Palastanlage, die als russisches Versailles gilt und ursprünglich von Peter I. errichtet wurde. Sie liegt am Finnischen Meerbusen, ist seit 1990 Weltkulturerbe und u.a. für seine grandiosen Wasserspiele bekannt. Sofern es die Zeit zuläßt, geht es danach zum Katharinenpalast in Puschkin, der ehemaligen Zarenresidenz. Der Palast wurde ursprünglich von Katharina I. in Auftrag gegeben und beherbergt die Originalrekonstruktion des Bernsteinzimmers. Neugierig? Ich auch!

 

 

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Kreuzfahrteignung (15.09.2014)

Ach eins noch vorweg … bitte geht nicht davon aus, daß hier täglich satirisch angehauchte Lektüre zur Beitragsinflation führt. Ebenso wenig hoffe ich, daß der anfängliche Ehrgeiz und Elan mit der Zeit nachlässt, nein, es verhält sich wohl wie in allen Medien: in ereignisreichen Zeiten füllen sich die Seiten, Zeit und WLAN vorausgesetzt, von selbst, in ereignisarmen Zeiten hingegen muß man um die Gunst der Leser ideenreich werben. Und was wäre besser geeignet, als belanglose Dinge mit Einfallsreichtum, Charme, Dramatik und einer gehörigen Prise Humor zu garnieren und sie dem gemeinen Leser als pulitzerpreiswürdigen Ereignisbeitrag zu verkaufen? Nichts!

Ich hoffe, ich habe bisher erfolgreich geworben und nicht allzu viel langweiliges Zeug während der Tage auf See produziert. Enjoy reading …

Ich habe mich immer gefragt, ob es für mich denkbar wäre, einen Urlaub im Rahmen einer Kreuzfahrt auf dem Schiff zu verbringen, hierauf habe ich nun eine Antwort erhalten. Nein! Zumindest dann nicht, wenn die Kreuzfahrt mehrere Tage ganz oder überwiegend auf See vorsieht, was im ureigenen Sinne einer solchen Reise durchaus vorkommen kann.

Gut, auch Ende 2006 war die einzige Möglichkeit, die Galapagos-Inseln im Pazifik zu besuchen, sich auf einem „Kreuzfahrtschiff“ einzuquartieren. Dort waren die Rahmenbedingungen aber auch ganz anders. Die „Kreuzfahrtschiffe“ waren kleine Segel-Clipper, unser ein Zweimaster, was die Sache an sich schon spannender macht. Die Inseln liegen zudem nicht sooo weit auseinander und die Schiffspassagen beim Island-Hopping fanden zum überwiegenden Teil nachts statt. Tagsüber wurden die Inseln besucht und die Strände sowie Flora und Fauna bestaunt, über und unter Wasser.

Die Sonne knallt vom blauen Himmel und nachdem ich zum gefühlt 159. Mal die Steuerbord-Reling entlang spaziere und die Ostsee, auf der es so ruhig und windstill wie in einem 25-Meter-Becken im Hallenbad ist, noch immer keine außergewöhnlichen Ereignisse parat hat, setzt so langsam Langeweile ein. Ich kann nun nachempfinden, wie sich ein Hamster im Laufrad fühlen muß.

Den Kutter kenne ich auswendig, auf Sauna habe ich keinen Bock mehr (siehe Beitrag von gestern) und vom Ergometer tut mir bereits der Hintern weh. Rüdiger Nehbergs Autobiographie (sehr lesenswert, beeindruckender Mensch!) habe ich ebenfalls durch. Nee, das ist nichts für Mutters jüngsten Sohn. Entspannung? Ja, gerne! Auch gerne einen ganzen Seetag aber danach bitte aktive Entspannung, Abwechslung, Input für Geist und Körper.

Ich freue mich auf St. Petersburg! Ankunft ist morgen früh gegen 5 Uhr (Schiffszeit = deutsche Zeit, local time = MESZ + 2h, also 7 Uhr), dann Immigration Control und anschließend Frühstück an Bord. Meine individuelle Sightseeing-Tour habe ich bereits geplant, es kann also gleich nach der Ausschiffung und dem Einchecken im Hostel losgehen – per pedes durch die alte Zarenstadt, dem Venedig des Ostens. Mein Hostel heißt übrigens passenderweise „Apple Hostel Italy“, naja, Venedig liegt ja in Italy … aber was es mit Apple auf sich hat, erschließt sich mir nicht so ohne weiteres – noch nicht …

 

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Aufguß mal anders (14.09.2014)

Zu den abwechslungsreichen Aktivitäten an Bord hatte ich ja bereits ausgeführt. Um mein ausgesprochen großes Aktivitätsbedürfnis zumindest ansatzweise zu befriedigen, habe ich mich am Sonntagnachmittag u.a. in die Sauna begeben, in der Annahme, dort der ziemlich einzige Gast zu sein. Zunächst war dem auch so. Als ich in der Sauna langsam warm wurde, gesellte sich ein weiterer Gast dazu und hatte eine Flasche Heineken (= holländisches Bier) bei sich. Das man nach dem Saunieren durstig ist, konnte ich verstehen, daß der gute Mann in Erwägung zog, nach dem Saunagang ein kühles Blondes zu konsumieren … „nun ja, warum nicht, ist sicherlich ein Fernfahrer“, dachte ich.

Seltsamerweise nahm er das (kalte) Bier jedoch mit in die (heiße) Sauna. Ob es daran lag, daß er mein erstauntes Gesicht sah, weiß ich nicht, jedoch fing er zugleich an, osteuropäisch auf mich einzureden, vielleicht lallte er aber auch nur. Weniger seinen Worten als vielmehr seinen Gesten konnte ich schnell entnehmen, daß er gerne einen Aufguß machen wolle. Da er dabei mehrmals mit dem Finger zuerst auf die Flasche und dann auf den Aufgußeimer deutete, hatte er offensichtlich vor, sich einen echten holländischen Heineken-Bier-Aufguß zu gönnen. Das ist kein Witz! Nun, ich hatte keine Erfahrung mit Bier-Aufgüssen, weiß aber wie Heineken schmeckt und das unsere holländischen Freunde es mit dem Reinheitsgebot nach dem Vorbild deutschen Gerstensaftes nicht so haben. Das waren zwei stichhaltige Argumente, die, neben einer voraussichtlichen Alkohol-Zwangsinhalation, definitiv gegen die Teilnahme an diesem Event sprachen. Ich verabschiedete mich freundlich aber bestimmt, immerhin fing ich ja auch schon an zu schwitzen :-(. Er grölte noch hinterher … „is good, is good“. Ob es wirklich gut war, ist nicht überliefert.

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Nach einer Einheit auf dem Ergometer bin ich dann nach etwa 30 Minuten zurück zur Sauna. Der Mann war schließlich sichtbar angetrunken und was alkoholisiert in einer Sauna bei einem Heineken-Chemiebier-Aufguß im schlimmsten Fall passieren kann, wußte ich zwar nicht konkret, konnte es mir aber gut vorstellen. Die Sorge war unberechtigt, die Sauna war leer, die Flasche auch. Als ich dann in den Mülleimer schaute, fiel ich fast um … die war voll mit Bierflaschen und –dosen (siehe oben). Immerhin, manch einer hatte sich wohl noch halbwegs unter Kontrolle, denn es waren auch chemiefreie Krombacher- und Becks-Biere darunter. Bier ist, so scheint mir, zumindest auf dieser Route wohl der Standard-Aufguß. Erstaunlich, daß bei derartigen Exzessen nicht bereits mehr passiert ist … aber vielleicht ist auch das nur nicht überliefert ;-).

Die Reise fängt ja echt gut an, wenn das so weiter geht, dann gute Nacht. Gute Nacht!

(P.S.: Nur, um etwaigen Nachfragen vorzugreifen … es handelt sich hier um einen Nachtrag und als ich den geschrieben habe, war es bereits Schlafenszeit 😉 …)

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Hmmm, anscheinend reicht das kleine Männchen auf der Plakette nicht und es verirren sich immer noch Frauen in die Männersauna. Da machen wir doch noch mal ein Größeres dran. Wenn die wüßten, daß die Mädels das bewußt übersehen … in der Frauen-Sauna gibt’s nämlich keinen Bier-Aufguss!

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Tage auf See oder auch digitale Entgiftung (14.09.2014)

Es ist Sonntagmorgen, die erste Nacht an Bord ist vorüber, sie war ruhig. Die gestrige Anreise, das langsame Entschleunigen und die Seeluft haben vermutlich dazu beigetragen, daß ich tief und fest rund 9,5 Stunden geschlafen und somit das Frühstück fast verschlafen habe. An Bord gibt es feste Essenszeiten, Frühstück 8-9 Uhr, Mittagessen 12-13 Uhr, Kaffee und Kuchen 15-15.30 Uhr und Abendessen 17.30-18.30 Uhr.

Jaja, nicht nur, daß die jeweils maximal 1 Stunde knapp bemessen ist , vier üppige Mahlzeiten am Tag stellen, insbesondere in Anbetracht der vielfältigen Sportmöglichkeiten an Bord ;-), eine Herausforderung an Wille und Disziplin dar, will ich nicht gleich bei der Ankunft in St. Petersburg neben meinem rund 20-Kilogramm-Rucksack und meinem 8-Kilogramm-Daypack auch noch 1-2 zusätzliche Kilogramm Hüftgold mit mir rumschleppen.

Sei’s drum, zur Ablenkung gibt’s immerhin Sauna, Swimmingpool (ca. 3×2 Meter, müßte eigentlich Relaxingpool heißen), Whirlpool (das ist dann der Relaxingpool) und Fitnessraum (2 Ergometer aus Ur-Omas Zeiten; FitnessRAUM deshalb, weil sie gerade so in den 2×2 Meter großen (?) Raum passen). Mehr ist nicht mit Ablenkung, die Passagiere sind überwiegend Fernfahrer der unzähligen Fracht-LKWs an Bord sowie einige gelangweilte oder mit der ungewohnten freien Zeit überforderte Touristen oder Privatleute mit oder ohne eigenen PKW.

Das Schiff, die Finntrader der Finnlines-Linie braucht für die gut 1.450 Kilometer von Lübeck nach St. Petersburg rund 2,5 Tage. In dieser Zeit sind Kommunikationsmedien der Gegenwart nicht verfügbar und somit die für deren Nutzung notwendigen Endgeräte quasi unbrauchbar. Dieser für den Homo Sapiens des digitalen Zeitalters ungewohnte Zustand führt zwangsläufig früher oder später zu einer Art Entzug, man wird quasi digital zwangsentgiftet! Wohl dem, der sich bereits frühzeitig mit diesem möglichen Worst-Case auseinander gesetzt und entsprechend vorgesorgt hat.

Ich für meinen Teil habe mich primär mit literarischem Futter ausgerüstet und versuche (und werde das auch schaffen), seit Jahren mal wieder das eine oder andere Buch komplett durchzulesen. Ich gebe zu, so ganz analog bin ich dabei auch nicht unterwegs, da die notwendige Gewichtsoptimierung in Bezug auf die Sachen, die ich die kommenden Wochen und Monate mit mir rumschleppen werde, mich dazu zwingt, das angesprochene literarische Futter in Form von eBooks und PDFs mit mir zu führen. Sei’s drum, der Wille ist da und von Rüdiger Nehbergs (ja, der Survival-Guru) Autobiographie habe ich bereits knapp ein Drittel geschafft.

Die Alternative zum (passiv-literarischen) Lesen ist mittlerweile das Bloggen geworden. Bloggen ist ja quasi nichts Anderes als das Tagebuchschreiben der (digitalen) Neuzeit mit zusätzlichen Interaktionsmöglichkeiten. Bei den herkömmlichen analogen Tagebüchern gibt’s zwar auch Interaktion, meistens jedoch negative, weil jemand unberechtigterweise darin gelesen hat. Das ist beim Bloggen anders, da ist das Darinlesen explizit gewünscht. Meistens zumindest. Hier auf jeden Fall!

Ich habe gehofft, daß sich das mit dem Bloggen positiv entwickelt und ja, es macht definitiv Spaß, seine Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen in Worte niederzuschreiben und zwar zeitnah zum Erlebniszeitpunkt. Bloggen ist somit quasi die aktiv-literarische Praxis des ge-lebten Buddhismus, da man sich mit dem Er-lebten auseinander setzt, es hinterfragt, bewertet, einordnet und, eingebettet in einen Hauch Subjektivität, seinen Mitmenschen als Denkansatz zur Verfügung stellt – im Hier und Jetzt.

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Abfahrt aus Lübeck

Kurze und letzte Meldung von der Lübecker Bucht. Wir haben gerade abgelegt und fahren nun auf der Trave nach Travemünde und von dort in die Ostsee. Irgendwann gleich ist dann auch Ende mit Internet, deshalb schicke ich diesen Beitrag noch schnell raus. Die Anreise hat prima geklappt, die GDL war mir gnädig gestimmt.
Ich klinke mich dann nun bis Dienstag aus, dann gibt’s Neuigkeiten von der Ostsee-Überfahrt, bis dahin, Mast- und Schotbruch …

… Neeeee, so schnell werdet ihr mich nicht los, hier wird immer noch mit LTE-Geschwindigkeit gefunkt, deshalb bin ich noch online. Ich stehe an der Reeling, gleich sind wir in Travemünde. Die Dämmerung hat eingesetzt und die anliegenden Schiffe leuchten im Dunkeln – ein surreales Bild.

Ich denke, ich werde heute Abend noch einige Zeit an Deck verbringen. Es ist mild, der Nieselregen hat aufgehört. Man hört nur noch die Maschinen des Schiffes. Wir fahren nun in die Nacht, vor uns jetzt nur noch die Weite der Ostsee …

Euch allen wünsche ich nun einen wunderbaren Samstagabend!

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Vorwort Tag 1 – 3 / Abreise

So, ich nutze die letzten Tage vor Reisebeginn, um an der Struktur des Blogs zu feilen, vieles ist noch immer „im Fluss“ und wird es sicherlich auch noch einige Zeit bleiben, bis die endgültige Struktur und das endgültige Aussehen feststehen.

Gerne nehme ich Anregungen und Verbesserungsvorschläge von euch auf und versuche, diese umzusetzen, sofern sinnvoll. Natürlich habe ich wenig Lust, während der Reise signifikante Zeit am Notebook zu hocken und Blogdesign zu betreiben, deshalb … je früher, desto besser ;-).

Grundsätzlich versuche ich vor jedem größeren Reiseabschnitt über ein Vorwort auf das Bevorstehende einzustimmen, so gut es mir möglich ist. Das macht auch schon insofern Sinn, als daß ich auf bestimmten Reiseabschnitten (z.B. Ostseefähre, Transsib-Zugfahrt, Tibet/Himalaya) ganz einfach auch keinen Internet-Access habe und demnach wohl oft erst nach Ankunft in der nächsten größeren Stadt und dort im Hostel den Blog updaten kann. Diesen Sachverhalt kündige ich dann im Vorwort an und stimme euch zudem mit hoffentlich interessanten Informationen auf einige Tage Auszeit ein.

Am kommenden Samstag geht es nun also los, es heißt Abreise von zuhause, Bahnfahrt nach Lübeck (ich habe mir zum Abschied 1. Klasse Sparpreis Düsseldorf – Lübeck für 39 Euronen gegönnt) und Boarding der Fähre ab 16 Uhr. Ich hoffe sehr, daß die GDL mir am Samstag wohl gesonnen ist und die Zugführer sich nicht wieder im Ausstand befinden, dann habe ich nämlich ein Problem. Als Berufsoptimist gehe ich jetzt mal von einem pünktlichen Ablegen der Fähre um etwa 19 Uhr aus. Die erste Nacht werde ich demnach auf der Ostsee verbringen, in einer Außenkabine mit 3 weiteren hoffentlich seegangtauglichen Passagieren.

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Es geht los!

So, der erste Beitrag gehört natürlich mir und nein, es geht noch nicht los, noch sind 4 Wochen Vorbereitungen und prognostizierter Stress zu überwinden aber dann …

Auf der HOME-Seite findet ihr die neuesten Beiträge in zeitlich chronologischer Reihenfolge, die Seite EINLEITUNG gibt euch ein kurzes Intro in mein Vorhaben und bereitet euch sachlich ein wenig vor.

Dann gibt es da noch die Seiten REISETAGEBUCH und FOTOS, deren Inhalt selbsterklärend sein sollte.

Nun dann, bleibt mir noch, uns fröhliches Bloggen zu wünschen …

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