Kreuzfahrteignung (15.09.2014)

Ach eins noch vorweg … bitte geht nicht davon aus, daß hier täglich satirisch angehauchte Lektüre zur Beitragsinflation führt. Ebenso wenig hoffe ich, daß der anfängliche Ehrgeiz und Elan mit der Zeit nachlässt, nein, es verhält sich wohl wie in allen Medien: in ereignisreichen Zeiten füllen sich die Seiten, Zeit und WLAN vorausgesetzt, von selbst, in ereignisarmen Zeiten hingegen muß man um die Gunst der Leser ideenreich werben. Und was wäre besser geeignet, als belanglose Dinge mit Einfallsreichtum, Charme, Dramatik und einer gehörigen Prise Humor zu garnieren und sie dem gemeinen Leser als pulitzerpreiswürdigen Ereignisbeitrag zu verkaufen? Nichts!

Ich hoffe, ich habe bisher erfolgreich geworben und nicht allzu viel langweiliges Zeug während der Tage auf See produziert. Enjoy reading …

Ich habe mich immer gefragt, ob es für mich denkbar wäre, einen Urlaub im Rahmen einer Kreuzfahrt auf dem Schiff zu verbringen, hierauf habe ich nun eine Antwort erhalten. Nein! Zumindest dann nicht, wenn die Kreuzfahrt mehrere Tage ganz oder überwiegend auf See vorsieht, was im ureigenen Sinne einer solchen Reise durchaus vorkommen kann.

Gut, auch Ende 2006 war die einzige Möglichkeit, die Galapagos-Inseln im Pazifik zu besuchen, sich auf einem „Kreuzfahrtschiff“ einzuquartieren. Dort waren die Rahmenbedingungen aber auch ganz anders. Die „Kreuzfahrtschiffe“ waren kleine Segel-Clipper, unser ein Zweimaster, was die Sache an sich schon spannender macht. Die Inseln liegen zudem nicht sooo weit auseinander und die Schiffspassagen beim Island-Hopping fanden zum überwiegenden Teil nachts statt. Tagsüber wurden die Inseln besucht und die Strände sowie Flora und Fauna bestaunt, über und unter Wasser.

Die Sonne knallt vom blauen Himmel und nachdem ich zum gefühlt 159. Mal die Steuerbord-Reling entlang spaziere und die Ostsee, auf der es so ruhig und windstill wie in einem 25-Meter-Becken im Hallenbad ist, noch immer keine außergewöhnlichen Ereignisse parat hat, setzt so langsam Langeweile ein. Ich kann nun nachempfinden, wie sich ein Hamster im Laufrad fühlen muß.

Den Kutter kenne ich auswendig, auf Sauna habe ich keinen Bock mehr (siehe Beitrag von gestern) und vom Ergometer tut mir bereits der Hintern weh. Rüdiger Nehbergs Autobiographie (sehr lesenswert, beeindruckender Mensch!) habe ich ebenfalls durch. Nee, das ist nichts für Mutters jüngsten Sohn. Entspannung? Ja, gerne! Auch gerne einen ganzen Seetag aber danach bitte aktive Entspannung, Abwechslung, Input für Geist und Körper.

Ich freue mich auf St. Petersburg! Ankunft ist morgen früh gegen 5 Uhr (Schiffszeit = deutsche Zeit, local time = MESZ + 2h, also 7 Uhr), dann Immigration Control und anschließend Frühstück an Bord. Meine individuelle Sightseeing-Tour habe ich bereits geplant, es kann also gleich nach der Ausschiffung und dem Einchecken im Hostel losgehen – per pedes durch die alte Zarenstadt, dem Venedig des Ostens. Mein Hostel heißt übrigens passenderweise „Apple Hostel Italy“, naja, Venedig liegt ja in Italy … aber was es mit Apple auf sich hat, erschließt sich mir nicht so ohne weiteres – noch nicht …

 

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