Meditation ist individuell

Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, daß Meditation sehr individuell ist. Aus meiner Sicht können die „alten“ Vorstellungen von Meditation durchaus eine Aktualisierung erfahren, ich definiere Meditation mittlerweile anders. Man muß keinesfalls in einer Yogahaltung bzw. im Schneidersitz unter einem Baum sitzen, um dies Meditation nennen zu können. Das ist nur einer der Wege und er ist vielleicht für ein paar Leute geeignet, aber sicher nicht für alle, zum Beispiel nicht für mich. Meditation ist individuell und kann sich auch durch andere Praktiken, wie joggen, schwimmen oder andere Ausdauersportarten entfalten.

Wenn Meditation nur eine starre Struktur anbietet, wird das lediglich für ein paar Leute passen. In den Erfahrungsberichten, die ich gelesen habe, war das eines der Probleme: starre Strukturen der Meditation, nicht fließend, festgelegt, so dass sie für bestimmte Leute passen und alle anderen wurden im Dunkeln gelassen. Das kann nicht im Sinne des Erfinders, im Sinne Buddhas sein.

Für ein kleines Kind beispielsweise wäre die althergebrachte Meditationsform, sitzend und ohne Bewegung, reine Folter. Für einen lebendigen jungen Menschen, der vor Leben sprüht, wäre es Unterdrückung, nicht Meditation. Um etwas durch Ausdauer und Disziplin erfolgreich tun zu können, ist Spaß und Freude an der Sache notwendig. Geduld, Ausdauer und (Selbst-)Disziplin sind unabdingbare Voraussetzungen für Meditationserfolg.

Für mich stellt es ebenfalls keinerlei Freude dar, konzentriert und nichtstuend stundenlang im Schneidersitz meine Atmung zu beobachten, das habe ich festgestellt. Geduld ist zudem nicht wirklich meine Stärke, außerdem habe ich Hummeln im Hintern, ruhig sitzen und nichts tun ist auch für mich eine Folter … jaja, fragt ruhig meine liebe Mama. Nicht umsonst lag mir in den Tagen hier die gehende Meditation viel mehr, als die sitzende. Dafür bin ich jedoch ungemein ausdauernd und habe enormen Ehrgeiz.

Die Lösung ist meines Erachtens ganz einfach, sie liegt in der oben genannten Individualität der für einen Meditationserfolg notwendigen Bausteine. Die Bausteine Ausdauer und Ehrgeiz bringe ich mit, fehlende Geduld und unbedingtes Aktivitätsbedürfnis kompensiere ich durch zukünftige Bewegungsmeditation im Rahmen der Aktivitäten, die ich gerne und mit Freude tue, joggen, schwimmen und Mountainbike fahren. Ergänzt wird das ganze durch eine regelmäßige Sitzmeditation in einer Größenordnung von 15 Minuten. Es kommt nämlich vielmehr auf die Regelmäßigkeit an, denn auf die Dauer des Innehaltens. Dadurch stehen alle Komponenten im Einklang und ich denke, daß diese Kombination für mich individuell gesehen der erfolgsversprechendste Ansatz ist.

Was für mich gilt, gilt auch generell für jeden Anderen. Joggen, Tanzen, Schwimmen, das alles kann eine Meditation sein. Meine Definition von Meditation ist: wann immer dein Körper, dein Geist und deine Seele in Einklang sind, ist es Meditation, weil es das Vierte ins Spiel bringt, Freude, Spaß und Bewusstsein. Und wenn Du Dir darüber im Klaren bist, daß Du es nicht tust, um an den Olympischen Spielen teilzunehmen, sondern als Meditation, dann hat das eine ungeheure Qualität.

Der Gedanke ist übrigens nicht neu, nachdem mir das in den Sinn gekommen ist, habe ich mal gegoogelt:

http://www.tagesspiegel.de/sport/wissenschaftliche-erkenntnisse-laufen-ist-wie-beten/1602628.html

Und das Ganze ist sogar wissenschaftlich belegt, denn Forscher aus Coburg haben erstaunliche Parallelen gefunden: Sowohl beim Joggen als auch beim Meditieren wird im Körper unter anderem die Verbindung Stickstoffmonoxid freigesetzt. Sie setzt Stresshormone außer Gefecht. Demnach können beide Wege in die Entspannung führen, sowohl Meditation als auch Laufen.

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