Drei Tage habe ich nun bereits in Tibet verbracht, ausschließlich in Lhasa, und ich muß sagen, Bärbel, Du hattest mit Deinem Kommentar vollkommen Recht, die Tibeter sind ganz anders als die Chinesen, freundlich, sanftmütig, achtsam und tief religiös. Eine Wohltat nach den Erlebnissen im „echten“ China. Tibet ist in der Tat das spirituelle Zentrum des Buddhismus, als das es weltweit bekannt ist. Diese Einschätzung sah ich sowohl durch Entdeckungen auf eigene Faust als auch am ersten Tag unserer Gruppenrundreise am heutigen Freitag absolut bestätigt.
Ich werde Tibet innerhalb dieses Blogs bewußt nicht als Teil Chinas betrachten, sondern als das, was es ist, eine autonome Region und unabhängig davon, daß diese Autonomie in vielen relevanten Bereichen reine Makulatur ist. Die Menschen haben ihre Autonomie stets bewahrt, früher wie heute, trotz aller Leiden und Schikanen durch die Besatzer. Ihr Stolz und ihre aufrichtige und tiefe Verbundenheit mit ihrer Religion geben ihnen dabei Halt und Perspektive, das alleine ist sehr viel mehr Respekt wert als alles, was ich an menschlichem Verhalten im „echten“ China erleben durfte.
Leider Gottes wird Tibet sukzessive unterwandert … von der chinesischen Bevölkerung, der durch Subventionen und anderen Anreizen seitens des chinesischen Regimes eine Immigration nach Tibet schmackhaft gemacht wird. Mittlerweile hat alleine Lhasa bereits knapp 1 Million Einwohner, das Wachstum resultiert aus oben genanntem Sachverhalt. Folglich sinkt der prozentuale tibetisch-stämmige Einwohneranteil kontinuierlich, derzeit liegt er bei nur noch rund 20%.



