117 zu 1

Offiziell passen in meinen Waggon 118 Reisende, praktisch halten sich groben Schätzungen zufolge jedoch sicher rund 150 Leute in meinem Waggon auf – also offiziell 117 Chinesen und 1 Deutscher, nämlich ich. Nicht, daß mich das stören würde, im Waggon die nationale Attraktion zu sein, nein, schließlich habe ich bewußt einen Zug mit Hardsleeper-Waggons gewählt. Diese werden nämlich, insbesondere bei Übernachtfahrten, meist von den Einheimischen benutzt, da sie die preisgünstigste Alternative sind … und die unbequemste …

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117 dunkelhaarige und 1 blonder …

Außerdem hatte ich mir ja vorgenommen, mich nach meinen bisherigen Erfahrungen mit der chinesischen Bevölkerung primär um Land und weniger um die Leute zu kümmern, das wußte ich leider bei der Zugbuchung noch nicht. Leichter gesagt als getan! Für die Kids im Zug war ich selbstverständlich die Hauptattraktion und ich habe mit viel Geduld und unter voller Ausschöpfung meiner technischen Mittel (Stichwort: Selfie-Modus und immer kräftig winken) die unverhoffte Popularität zwar vollgesabbert aber zumindest fäkalienfrei überlebt. Ihr wisst ja, mit welchen Hosen die Kids hier rumrennen, unten noch mal zur Erinnerung.

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soooo laufen die Kids auch im Waggon rum

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Selfie-Fingerspiele mögen die Kinder

Richtig, die Nacht war kurz, aber was soll’s so habe ich die Fahrt zumindest halbwegs kurzweilig überstanden, dafür sorgte auch die chinesische Polizei. Ihr erinnert euch an das Tibet Travel Permit? Da steht natürlich alles auf chinesisch drauf, in meinem Reisepass nicht. Übersetzen konnte hier niemand, soviel war klar. Klar war dem Polizisten jedoch nicht, ob das, was auf dem TTP steht auch mit den Informationen zu meiner Person im Reisepass überein stimmt. Nun, dabei konnte ich ihm auch nicht helfen. Ratlosigkeit … und intensive Diskussionen zwischen Polizei und den anderen Passagieren, die mich aufgrund meiner liebevollen Hingabe für ihre Kinder (so dass die ihre Ruhe hatten) wohl sehr ins Herz geschlossen haben. Ich schaute dem Treiben zwar interessiert aber nichts verstehend zu. Letztlich schien es wohl so zu sein, daß der, der am lautesten Schreit, am Ende recht bekommt … und das war nicht der Polizist. „Wow“, dachte ich, „da ist ja endlich mal was wie bei uns …“. Der ältere Chinese bekam recht, ich meinen Pass zurück und der Polizist schlechte Laune … aber das muss dann jemand Anderes ausbaden …

Aha! Es gibt offensichtlich auch „die anderen“ Chinesen – aber vielleicht heißen die auch einfach nur Tibeter … we will see …

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„andere“ Chinesen? Tibeter!

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