chinesische Mentalität

Zu meinen ersten Eindrücken in Bezug auf die Menschen in China und ihr Naturell hatte ich bereits im Rahmen meines Peking-Berichtes vorsichtig ausgeführt. Leider hat sich dieser primär negative Eindruck im Laufe der weiteren Reise nicht arg verbessert, eher verfestigt. Rüde, rücksichtslos, egoistisch, arrogant und desinteressiert, so kommt der gemeine Chinese nicht nur rüber, er verhält sich auch so. Die Städte sind hektisch, laut und brechend voll aber zumindest meist sauber. „Vielleicht bin ich da auch zu kritisch oder zu sensibel?“, habe ich oft gedacht, wenn ich mal wieder kopfschüttelnd abends das Hostel betrat aber auch diese Vermutung trifft nicht zu. Viele der Reisenden, die mir unterwegs in China begegneten, haben gleiche oder zumindest ähnliche Erfahrungen gemacht und nicht wenige haben ihre Reiseplanung daraufhin umgestellt mit dem Ziel einer zügigeren Weiterreise in ein anderes Land.

So habe ich erfreulicherweise Lisa (Ja, die aus der Transsib! Anniek, ihre Freundin, mußte leider schon nach NL zurück) nun bereits zum dritten Male wiedergetroffen, in meinem Hostel in Xi’an. Die Wiedersehensfreude war groß aber nachdem wir uns ausgetauscht hatten, offenbarte sie mir, daß sie so gar nicht glücklich sei mit der Hektik und dem Verhalten der Menschen in China und zügig nach Vietnam weiterreisen wolle. Nina aus Stuttgart, mit der ich die vier Tage in Xi’an zusammen verbrachte und mit der ich mich gut verstand, wollte ebenfalls schnell nach Peking und dann weiter über Hongkong, das trotz seiner seit Ende der 90er Jahre erfolgten kolonialpolitischen Rückgabe an China in vielerlei Hinsicht autonom geblieben ist, schließlich nach Thailand.

Schade, aber man muß ein Land und seine Menschen immer so nehmen, wie es ist! Entweder arrangiert man sich dann damit oder muß seine Konsequenzen daraus ziehen. Ich habe mich mit der Art und Lebensweise der Chinesen für den kurzen Zeitraum, den ich hier bin, arrangiert und den Fokus halt mehr auf die wunderbaren und einzigartigen historischen, kulturellen und landschaftlichen Schätze gelegt. Dies ist eigentlich schade, da ich grundsätzlich sehr an Land UND Leute interessiert bin aber wenn diese nicht an mir interessiert sind und sich zudem unangemessen verhalten, dann mache ich da auch mal eine Ausnahme ;-).

Irgendwie will es mir so gar nicht in den Kopf, daß ich hier in einem buddhistisch geprägten Land bin!

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