Exkurs Buddhismus

Zu Beginn wiederhole ich den im vorherigen Bericht erwähnten buddhistischen Leitsatz

„nichts ist es wert, zu haben oder zu sein“, weil alle Dinge die drei universellen buddhistischen Merkmale gemeinsam aufweisen … „Vergänglichkeit“, „Unzulänglichkeit“ und „Nicht-Selbst“.

Aus buddhistischer Sicht (Tipitaka) ist es erstrebenswert, die wahre Natur der Dinge zu erfahren, die Leidhaftigkeit der Dinge als eine Ursache des menschlichen Leidens. In dem Wissen, daß alle Dinge vergänglich, wertlos und nicht unser wirkliches Eigentum sind, sind sie es ebenso wenig wert, daß wir uns an sie klammern. Kurz: nichts ist es wert zu haben und nichts ist es wert zu sein (Sunnata).

„Ich bekomme“, „ich habe“, „ich bin“. Wir denken automatisch in diesen Begriffen und diese Vorstellung des Habens und des Seins ist die ursächliche Quelle des menschlichen Leidens. Aus „haben wollen“ und „sein wollen“ resultiert Begehren und Handlung, der Teufelskreis aus Handlung, Ergebnis, Handlung, Ergebnis (Samsara) beginnt. Genauer gesagt beschreibt Samsara einen Teufelskreis aus drei Ereignissen: Begehren, Handlung aufgrund des Begehrens, das Ergebnis der Handlung und daraufhin (durch die Unfähigkeit nicht zu begehren) erneutes Begehren, erneute Handlung, erneutes Ergebnis, weiter zunehmendes Begehren und so weiter, ohne Ende, das ist das Rad des Samsara (Buddha) und genau deshalb sind wir gezwungen, Leid und Qualen auszustehen. Wir sind Sklaven unseres Begehrens, Begehren verursacht Stress und Leid!

Die Befolgung der grundlegenden Prinzipien des Buddhismus ist der Weg zur Freiheit von Leiden durch das vollkommene Auslöschen von Begehren. Hier schließt sich der Kreis, denn je mehr Begehren und Haben reduziert wird, desto freier wird man, das Auslöschen von Begehren und Haben führt folglich zu vollkommener Freiheit, dem Nibbana.

Ich bin ja bereits seit längerem dabei, mich intensiv mit den buddhistischen Grundlagen zu befassen und sie zu verinnerlichen. Es fällt mir leicht, weil sie einleuchtend, plausibel und vor allem praktisch belegbar sind. Folglich ist der Buddhismus eine Mischung aus Weltanschauung, Philosophie und Wissenschaft und aus diesem Grund ist der Buddhismus so erfolgreich … auch oder gerade in der westlichen Welt, wo Begehren und Haben wollen bereits den Kindern in ungesundem Umfang von Geburt an mit auf den Weg gegeben wird. Weniger ist definitiv mehr!

Demjenigen, der sich mit dieser Materie näher befassen möchte, lege ich das auch für Laien gut verständliche Basiswerk „Buddhismus verstehen und leben – ein Handbuch für die Menschheit“ von Buddhadasa Bhikku ans Herz. Das Dokument ist in die deutsche Sprache übersetzt und im Internet frei verfügbar … einfach googeln oder PM an mich, dann schicke ich es zu.

Dieser Beitrag wurde unter Reisebeitrag veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar