Mittlerweile sind wir in Krasnojarsk durch, hier hatten wir den letzten längeren Stop vor Ankunft in Irkutsk.
Das Dumme ist, während der Reise im Zug muss die Körperhygiene zwangsweise signifikant vernachlässigt werden, da weder Dusche noch ein Handwaschbecken existiert, in dem man eine halbwegs angemessene Katzenwäsche durchführen könnte. Um an Wasser zu kommen, muß man von unten gegen den Wasserhahn drücken, dadurch ist eine Hand immer „belegt“. Mit der anderen läßt sich das kühle Nass dann nur noch unzureichend auffangen. Es bedarf schon einiger Übung und Geduld, will man zumindest das Haarewaschen einmal in 4 Tagen erfolgreich gestalten. Ich habe mittlerweile beides, Übung und Geduld, mir schon zweimal die Haare gewaschen und damit den Highscore an Bord. Was den Rest meines Körpers angeht, darauf gehe ich geruchs- und konsistenztechnisch hier besser nicht näher ein … ist ja Mittagszeit. Was ich demnach morgen nach Ankunft im Hostel in Irkutsk als Erstes machen werde, dürfte auf der Hand liegen.
Außer meiner Wenigkeit und Jorrit/Jolien, die wir durchgehend das Abteil bewohnten, hatten wir im Laufe der Tage regen Wechsel auf der verbliebenen freien Schlafbank. Da waren Alexander, der in Ekaterinburg ausstieg, sowie zweimal Tatjana, die bis Nowosibirsk bzw. Krasnojarsk bei uns blieben. Eins hatten alle drei gemein, sie waren fast durchgehend am Schlafen. Am krassesten war Tatjana 2, sie habe ich nur beim Einsteigen und beim Aussteigen wach gesehen. Nun, dumm ist die Idee nicht, für den gemeinen Russen ist Bahnfahren mit der Transsib wahrscheinlich so aufregend, wie für uns eine Fahrt mit der Regionalbahn durch das Emsland.
Falls sich hier jemand angesprochen fühlen sollte, den Vergleich bitte nicht als Diskriminierung unserer lieben Kreis Grafschaft Bentheim-Anrainer verstehen. Das Emsland und vor allem Teile seiner weiblichen Bevölkerung ist wunderschön 😉 …

