Transsib-Startschuß (19.09.2014)

Was es, wie bereits oben erwähnt, im Übrigen in russischen Zügen in jedem Waggon umsonst, heiß (100 Grad zeigt das außen angebrachte Thermometer an) und in ausreichender Menge gibt, ist Wasser aus dem Samowar.

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der Samowar

Dieser Sachverhalt ist wichtig bei der Zusammenstellung der für 4 Tage notwendigen Lebensmittelration, da man tunlichst Teebeutel, Instantkaffee und Fertigsuppen dabei haben sollte, will man nicht auf die überhöht teuren Gerichte aus dem Bordrestaurant angewiesen sein. Ansonsten tut es Brot, Aufschnitt, Obst und Gemüse. Weniger ist mehr, vor allem in Anbetracht der umfangreich vorhandenen Sport- und Ausgleichsmöglichkeiten während der Fahrt. Diese beschränken sich nämlich in der Regel auf 5- bis 40-minütige Aufenthalte auf den Bahnhöfen, während derer man sich die Beine vertreten und frische Luft atmen kann.

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reges Treiben auf dem Bahnhof … bei jedem Stop wollen Einheimische verkaufen …

Allzu weit und vor allem ohne Ausweispapiere, Geld und Bordkarte sollte man sich nach Auskunft einer älteren Dame an Bord, die aus Skandinavien kam und die Transsib-Tour nach 1982 zum zweiten Mal absolviert, bei den Bahnhofaufenthalten übrigens nicht vom Zug weg bewegen. Es soll vorgekommen sein, daß der eine oder andere Passagier sich bei seinem übermächtigen Drang nach geeigneten Fotomotiven zu weit vom Zug entfernte und infolgedessen sein Gepäck und seine Freundin (wenn er denn eine hatte) fortan alleine das weitere Sibirien erschlossen. Da die Züge nämlich durchaus kürzer halten, als angegeben, ist das Risiko einfach zu groß, sich im russischen Niemandsland allein mit den Sachen am Leib, ohne Geld aber immerhin mit Fotoapparat die Zeit bis zum nächsten Zug todschlagen zu müssen. Das kann schon mal dauern …

 

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