Indisches Alcatraz

An Sehenswertem haben die Andamanen und Nikobaren, ich werde sie in Zukunft der Einfachheit halber nur Andamanen nennen, nicht viel zu bieten, weshalb die abwechslungsreiche Geschichte der Inseln hierfür herhalten muß.

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das Cellular Jail mit den heute zu besichtigenden Gefängnistrakten

Als Relikt vergangener Zeiten, in denen Menschenleben wenig zählten und die Lebenserwartung durch Pest, Cholera, Malaria oder skrupellose Besatzer oder Freibeuter kaum mehr als 30 Jahre betrug, existiert in Port Blair noch das Cellular Jail, ein Gefängniskomplex aus dem 17. Jahrhundert. Die Andamanen wurden seit mehr als 300 Jahren bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947 als Gefängnisinseln genutzt. Selbstredend – wer hier hingekommen ist, für den war das Betreten des Eilandes das letzte Fleckchen Erde, das er in seinem Leben betritt. Weg gekommen ist hier niemand – zumindest nicht lebend.

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und so sah der gesamte Komplex früher einmal aus …

Das Gefängnis ist quasi ein Freiluftmuseum, daß sehr eindrücklich und lebhaft-beklemmend die erbarmungslose Nutzung der unterschiedlichsten Besatzer widerspiegelt, angefangen bei den Folterinstrumenten und -stätten über die Hinrichtungsräume mit Galgen bis hin zu den endlosen Zellentrakten.

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Endstation vieler Gefangenen

Insbesondere in den Zeiten der britischen Kolonialisierung Indiens wurden zahlreiche indische Freiheitskämpfer hierhin deportiert und grausam gefoltert bis in den Tod, der, wenn nicht durch die Folter herbei geführt, die bedauernswerten Geschöpfe, die hier unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert waren, durch Krankheiten oder Seuchen dahin raffte.

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