Vor der Abfahrt aus Shigatse hatte ich mir morgens noch etwas vorgenommen. Die Klosteranlage von Tashilhunpo hatte es mir angetan. Also stellte ich meinen Wecker auf 6 Uhr und sah zu, daß ich mit den ersten Pilgerern zum Anbruch der Morgendämmerung am Kloster bin, um einerseits meine Kora (Kora bezeichnet im tibetischen Buddhismus die rituelle Umrundung eines heiligen Ortes) zu laufen – und zwar um den gesamten Klosterkomplex – und andererseits das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden und den Sonnenaufgang über den goldenen Dächern des Klosters zu erleben … ein zugleich mystisches und faszinierendes Erlebnis, das in der Erinnerung haften bleibt.
Auf der Weiterfahrt am Mittwoch von Shigatse nach Sagya (150 Kilometer) mussten wir zunächst den 4.950 Meter hohen Yulung-la-Pass überwinden, bevor wir kurz vor Lhatse in eine Stichstrasse nach Süden abbogen und nach weiteren 20 Kilometern schließlich Sagya erreichten.




