Zitate und Denkansätze

Spiegel, Nr. 31/2014, 28.07.2014, Ich bin dann mal hier – Bericht über Pilgerer auf dem Jakobsweg

– Man muß auch mal langsam machen. Aufhören, Getriebener zu sein. Zeit haben zum Nachdenken. Piano!

– Lesenswert: Hape Kerkeling als sinnsuchender Komödiant in seinem Erleuchtungsepos „Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg“.

– Pilgern ist die Suche nach Trost, Ruhe, Freiheit, Zeit

– Ein paar Tage auf dem Jakobsweg und man ist überzeugt, daß weite Teile der Menschheit ihre normale Existenz als permanenten Diebstahl ihrer persönlichen Zeit empfinden.

– Das Leben verliert Komplexität, Pilgern macht gelassen und macht den Blick frei

Zitat aus dem Film „Dein Weg“ mit Martin Sheen (sehr sehenswert!)

– Ein Leben sucht man sich nicht aus, ein Leben lebt man.

Robert Lüdtke, „Weltreise“, pmv Peter Meyer Verlag

– Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte … Man sollte jedem Deutschen noch 500 Mark dazu geben, damit er ins Ausland reisen kann. Er würde sich manche Plakatanschauung abgewöhnen, wenn er vorurteilslos genug ist, die Augen aufzumachen. (Kurt Tucholsky, um 1930)

– Zurück von einer langen Reise wird man oft gefragt: Wie war’s? Dann seufzend: Ach ja, das würde ich auch gerne machen aber ich habe nicht soviel Zeit (wie Du). Der Gründer des Sierra Club, John Muir (1838 – 1914), beschrieb solche Leute als „the time-poor people“ – people who were so obsessed with tending their material wealth and social standing that they couldn’t spare the time to truly experience … . Zeitverschwendung sei die einzige Todsünde, soll Goethe gesagt haben. Der globale Flaneur gönnt sich die Muße, zu verweilen, und weil der Anblick so schön ist, läßt er die Welt passieren. Reisen wird zum Mantra von Aufbrüchen und Ankünften, im ganz eigenen Rhythmus. Muße ist eine Zeit, die man dem Dasein widmet, kreativ, selbstbestimmt, in der man das Eigene tut.

– Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist phantasievoller als die Sachlichkeit. Und nichts sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt! (Egon Erwin Kirsch, Anfang des 20. Jh., findet auch im Alltag Fremdartiges)

– „Ich bin, was ich tue“, meint Reinhold Messner. Reisen bilden im Lebenslauf temporäre autonome Zonen, in denen wir unser Leben in einem besonderen Maße selbst bestimmen und verantworten und den Anteil an fremdbestimmter Zeit minimieren. Reisende suchen bei jedem Aufbruch einen Ausweg aus dieser selbstverschuldeten Unfreiheit, sind selbstreisend und handeln frei.

– Wer zugibt, zuviel Zeit zu haben, disqualifiziert sich selbst und scheidet aus der Gesellschaft derer, die etwas leisten, die etwas fordern, etwas erhalten können, aus. Globetrotter kennen dieses Stigma. Sie schaffen sich eine Situation, in der sie niemanden zu fragen brauchen. Unbändige Reiselust und wilde Freude am Unterwegs-Sein zu empfinden, ist das Previleg einer Minderheit, wird jedoch von der Mehrheit kritisch oder neidisch beäugt. Sie träumt von Reisen und Abenteuern, Globetrotter leben sie. Sie haben gelernt, Ziele zu erreichen, die ent-rückt sind, aber eben auch, weil sie ver-rückt sind. In jedem Fall weg-führend ist der Moment des Aufbruchs, denn „wer nie geht, kehrt nie heim“. Für viele Reisende mündet solch ein selbstbestimmtes Reisen in einem vollständigeren Bewußtsein der eigenen Identität.

Rüdiger Nehberg, „Die Autobiographie“, Piper Verlag

„Without fit statt with Outfit“ – Nehbergs Antwort auf den Konsumgüterwahnsinn. Zitat: „Es braucht kein Markenrad für 5000 Euro, um fit zu werden, es genügt eine alte Gurke mit einem einzigen Gang zu 50 Euro“.

„Der Unwissende hat Mut, der Wissende hat Angst“

„Erfolg enthält immer etwas, das selbst Deinen besten Freunden mißfällt“

„Ich kann nicht zu anderen Ufern aufbrechen, wenn ich nicht den Mut aufbringe, die alten zu verlassen“, André Gide

„Ein Pessimist ist ein Optimist, der bereits nachgedacht hat“ – Charles Laughton

„Glück macht Mut“ – Johann Wolfgang von Goethe

„Kritiker gleichen Eunuchen, sie wissen genau wie man es macht, können es aber nicht“ – NN

„Die Freiheit ist kostbarer als jedes Geschenk, das Dich verleiten mag, sie aufzugeben“ – Baltazar Garcian

„Wer mit seinen Erinnerungen lebt, wird alt. Wer mit Zukunftsplänen lebt, bleibt jung.“ – Bruno Munari

„Die gefährlichste Weltanschauung ist die derjenigen, die die Welt nicht angeschaut haben.“ – Alexander von Humboldt

diverse

– Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt (Konfuzius, chinesischer Philosoph, ca. 551 – 479 v.Chr.)

 

Eine Antwort zu Zitate und Denkansätze

  1. …du kannst nicht den genauen Weg Deines Lebens bestimmen, ….aber die Richtung!

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