{"id":635,"date":"2014-11-09T06:28:48","date_gmt":"2014-11-09T04:28:48","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.jenko.de\/?p=635"},"modified":"2014-11-09T06:28:48","modified_gmt":"2014-11-09T04:28:48","slug":"gefragte-management-skills-unserer-globalisierten-24x7-welt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.jenko.de\/?p=635","title":{"rendered":"Gefragte Management-Skills unserer globalisierten 24&#215;7-Welt"},"content":{"rendered":"<p>Nicht, da\u00df ihr glaubt, ich h\u00e4tte etwas gegen die Globalisierung und 24-Stunden-7-Tage-die-Woche-Erreichbarkeit, nein, ganz im Gegenteil. Diese Entwicklungen erh\u00f6hen die Produktivit\u00e4t und folglich die Profitabilit\u00e4t global agierender Unternehmen, sofern kostenseitig vern\u00fcnftig gewirtschaftet wird. Dies wiederum kommt der Volkswirtschaft und letzten Endes uns allen zugute, da der Wohlstand der B\u00fcrger steigt. Zumindest f\u00fcr diejenigen unter uns, die an der (Volks-)Wirtschaft partizipieren. Alle anderen haben es sowieso schwer, egal ob globalisierte Welt und steigende Unternehmensgewinne oder nicht. Die Wohlhabenden werden immer wohlhabender und die Armen immer \u00e4rmer, das war schon immer so aber mittlerweile ist das kein alleiniges Problem der Drittwelt- und Schwellenl\u00e4nder mehr, ganz im Gegenteil, die Schere geht auch in den vermeintlichen Wohlstandsstaaten immer weiter auseinander. Diejenigen unter uns, denen Wohlstand wichtig ist, wird der oben genannte Sachverhalt freuen, da sie immer wohlhabender werden. Aber darum soll es hier eigentlich nicht gehen, ich will ja nicht als Sozialkritiker in die Annalen eingehen. Die Frage ist vielmehr, welchen Preis jeder Einzelne f\u00fcr mehr Wohlstand zu zahlen bereit ist. Ihr wisst schon, worauf ich hinaus will, die Medien sind ja voll von Burn-Out- und Depressionsthemen, deshalb verzichte ich auf weitere Detaillierungen hierzu &#8230;<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage ist, wie reagieren Volkswirtschaften auf diesen un\u00fcbersehbaren Trend zur gesundheitlichen Gef\u00e4hrdung des wichtigsten Produktionsmittel, des Menschen, insbesondere in leitender Funktion, jedoch genauso am Flie\u00dfband? Immerhin hat bereits heute jede vierte Berufsunf\u00e4higkeit psychische Ursachen, Tendenz steigend. Das ist sicher kein Zufall. Antwort: gr\u00f6\u00dftenteils gar nicht. Das ist meine bescheidene Erfahrung, insbesondere im Mittelstand. Dort wird das Thema tot geschwiegen oder l\u00e4cherlich gemacht, getreu dem Motto, so lange meine Mitarbeiter das sowohl qualitativ als auch quantitativ steigende Arbeitspensum schaffen, ist doch alles gut, andernfalls wird halt frisches Personal gesucht. Personaldienstleister sollte man werden, scheint eine boomende Zukunftsbranche zu sein, obwohl, wahrscheinlich doch eher nicht. Der demographische Wandel wird&#8217;s richten. Gut ausgebildete, fachlich qualifizierte Menschen mittleren Alters mit entsprechender Berufserfahrung sind bereits heute hei\u00df begehrt, sofern sie nicht schon &#8222;verbrannt&#8220; wurden. Der Personalmarkt wird sich weiter signifikant wandeln, vom Arbeitgeber- hin zu einem Arbeitnehmermarkt. Auf der Strecke bleiben dann die oben genannten Unternehmen, die sich fragen sollten, was sie wollen &#8211; kurzfristigen (und zudem fraglichen) Erfolg oder langfristig leistungsf\u00e4hige Mitarbeiter als entscheidende Basis anhaltenden wirtschaftlichen Erfolgs.<\/p>\n<p>Was hat das mit der \u00dcberschrift dieses Beitrags zu tun, werdet ihr euch fragen. Eine Menge! Denn die Wirtschaft in Mitteleuropa hat die Zeichen der Zeit offensichtlich noch nicht verstanden, in den USA ist das ganz anders, dort ist man (wieder einmal) der Vorreiter. Das Motto lautet Eigeninitiative. Selbstverantwortliche Mitarbeiter sind, wie der Name suggeriert, f\u00fcr sich und ihr Wohlbefinden selbst verantwortlich und ergreifen die (Eigen-)Initiative. Mentaler Ausgleich und Stresspr\u00e4vention wird mehr und mehr zum Einstellungskriterium und ist bereits heute ein Rekrutierungsvorteil f\u00fcr vorausschauend agierende Bewerber, insbesondere auf Managementpositionen.<\/p>\n<p>Ich sprach von der Vorreiterrolle der USA. Dort m\u00fcssen sich Manager mittlerweile schon rechtfertigen, wenn sie nicht meditieren. Meditation ist dort ein gro\u00dfer Trend und schon viel verbreiteter als hierzulande. Es ist auch leichter zug\u00e4nglich als etwa bei uns: Es gibt zum Beispiel vielerorts Meditationszentren, so wie es hier Yoga-Studios gibt. Dazu kommen zahllose Angebote etwa an Schulen, Universit\u00e4ten, Kliniken sowie in Unternehmen der freien Wirtschaft. Selbst hier in Lumbini im Meditationszentrum stellen die US-B\u00fcrger den mit Abstand gr\u00f6\u00dften Anteil der Langzeit-Meditierenden dar.<\/p>\n<p>Nun schlie\u00dft sich der Kreis allm\u00e4hlich und so langsam wird hoffentlich deutlich, da\u00df meine Langzeitreise nur bedingt eine Spa\u00dfveranstaltung ist, da steckt sehr viel Sinn sowie eine Strategie dahinter und sie ist mit Zielen verbunden. Eins davon ist der oben genannte Wettbewerbsvorteil bei der Suche nach einer interessanten beruflichen Herausforderung nach meiner R\u00fcckkehr. Ist ja in meinem Alter nicht ganz so verkehrt, einen kleinen Vorsprung zu haben &#8230;<\/p>\n<p>Es gibt sogar eine noch radikalere Idee, bei der ihr gleich denken werdet: &#8222;der Scheffer hat sie nicht mehr alle, der ist immer noch h\u00f6henkrank&#8220;! Weit gefehlt. Die Idee ist ja nicht von mir, ich hab sie nur im &#8222;GEO Wissen&#8220; gelesen und sie passt nur zu gut hier rein.<\/p>\n<p>Man stelle sich vor, der Ami will durch Meditation eigentlich gar keine wettbewerbs- und stressresistenten Mutanten heran z\u00fcchten, nein, ganz im Gegenteil. Eine bewiesene wissenschaftliche These sagt aus, das jene Hirnareale, die f\u00fcr Zuwendung und F\u00fcrsorge zust\u00e4ndig sind, sich durch gezieltes mentales Training verst\u00e4rken lassen. So weit, so gut. Aber jetzt kommt&#8217;s: Solche Erkenntnisse k\u00f6nnen nicht nur dem Einzelnen helfen, sondern sehr wahrscheinlich sogar Politikern und Managern eine andere Haltung vermitteln &#8211; sie etwa dazu bewegen, \u00fcber Alternativen zu einem wettbewerbsorientierten Wirtschaftssystem, die verst\u00e4rkt auf Mitgef\u00fchl und Altruismus beruhen, nachzudenken. Das ist doch mal revolution\u00e4r &#8230; man spinne das mal weiter &#8230;<\/p>\n<p>Und das ist l\u00e4ngst mehr als nur eine idealistische Utopie. Mit dem renommierten und jeder Esoterik unverd\u00e4chtigen Kieler Institut f\u00fcr Weltwirtschaft hat die Direktorin des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, Tania Singer, das Forschungsprogramm &#8222;Caring Economics&#8220; gegr\u00fcndet, das Voraussetzungen f\u00fcr eine alternative \u00d6konomie erkunden soll. K\u00f6nnte man unser Wirtschaftssystem durch spirituelle Techniken ver\u00e4ndern, w\u00fcrde aus dem Homo oeconomicus ein Homo relationis, ein beziehungsf\u00e4higer Mensch, f\u00fcr den Selbstlosigkeit verst\u00e4rkt im Zentrum wirtschaftlichen Handelns st\u00fcnde. Also ich finde, das hat wirklich was und vielleicht ist der Ami hier wieder auf der \u00dcberholspur unterwegs. Vom Auto und dem Computer hat man schlie\u00dflich \u00a0auch gedacht, das ist nur was f\u00fcr Spinner und das wird sich nie durchsetzen &#8230; nur, die Revolution\u00e4re, die daran geglaubt haben, sind heute reiche Spinner &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht, da\u00df ihr glaubt, ich h\u00e4tte etwas gegen die Globalisierung und 24-Stunden-7-Tage-die-Woche-Erreichbarkeit, nein, ganz im Gegenteil. Diese Entwicklungen erh\u00f6hen die Produktivit\u00e4t und folglich die Profitabilit\u00e4t global agierender Unternehmen, sofern kostenseitig vern\u00fcnftig gewirtschaftet wird. 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