{"id":626,"date":"2014-11-07T01:49:07","date_gmt":"2014-11-06T23:49:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.jenko.de\/?p=626"},"modified":"2014-11-07T01:49:07","modified_gmt":"2014-11-06T23:49:07","slug":"das-flexible-ich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.jenko.de\/?p=626","title":{"rendered":"Das flexible Ich"},"content":{"rendered":"<p>Der K\u00f6rper ist meiner Meinung nach nur deswegen f\u00fcr die Konzentrations\u00fcbungen bei der Meditation geeignet, weil er uns f\u00fcr die Empfindungen im Hier und Jetzt \u00f6ffnet und damit ein Schl\u00fcssel zur Achtsamkeit ist.<\/p>\n<p>Ein flexibles Ich, das Gedanken zulassen oder ablehnen kann, ist wichtig, da Denken in vielen Situationen notwendig und hilfreich ist. Das &#8222;Ich&#8220; ist eigentlich nur eine Hilfskonstruktion des Gehirns, der springende Punkt ist meiner Meinung nach, da\u00df wir zwar Individuen sind aber dennoch eine Einheit ergeben mit dem was uns umgibt. Das gilt ebenso f\u00fcr den Menschen als Ganzes. Wir haben einzelne Bereiche, wie unsere Gedanken, Gef\u00fchle und Motorik, jedoch bedingen sie sich immer gegenseitig und ergeben eine Einheit. Da Gedanken wohl von allen Faktoren die gr\u00f6\u00dfte suggestive Wirkung haben, ist eben ein aktives Beobachten, Zustimmen und Ablehnen so essentiell. Um wirklich zu begreifen, da\u00df sowohl das Teil als auch das Ganze eine Rolle spielt, hat mir folgende Metapher aus einem Buch geholfen, das ich hier geliehen habe: &#8222;Wir sind wie Meereswellen. Jede hat ihre eigene Auspr\u00e4gung, entsteht aber innerhalb eines Ozeans, mit dem sie untrennbar verkn\u00fcpft ist, aus diesem auftaucht und in den sie wieder eintaucht, ein Ozean, der gewisserma\u00dfen aus dem &#8222;Stoff&#8220; seiner individuellen Wellen gemacht ist und sich auf eine Weise ausdr\u00fcckt, die unser Verst\u00e4ndnis letztendlich \u00fcbersteigt.&#8220; (Quelle: &#8222;Gesund durch Meditation&#8220; von Jon-Kabat-Zinn).<\/p>\n<p>Um mir die Zeitlosigkeit zu vergegenw\u00e4rtigen, halte ich mir oft vor, dass das Hier und Jetzt das einzige ist, was materiell wirklich existiert. Trotzdem ist die Gegenwart nicht von der Vergangenheit und der Zukunft zu trennen, da im jetzigen Moment die Vergangenheit erst zum Vergangenen wird und die Zukunft bereits beginnt. Ich benutze zur Hilfe manchmal die Suggestion: &#8222;Das Leben besteht aus Augenblicken&#8220;. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, zu begreifen, da\u00df der Augenblick selbst zeitlos ist. Die Zeit entsteht erst in unserem Gehirn, indem wir dem Augenblick gedanklich die Vergangenheit und Zukunft hinzuf\u00fcgen. Eigentlich leben wir nur im Augenblick und damit immer nur in der Zeitlosigkeit.<\/p>\n<p>In gewisser Hinsicht steht die leicht passive Achtsamkeit der \u00f6stlichen Philosophie gar im Gegensatz zu meinen Erkenntnissen der letzten Jahre aus der westlichen Psychologie \u00fcber den konstruktiven Umgang mit der suggestiven Kraft der Gedanken und Vorstellungen. Beides hat f\u00fcr mich Vor- und Nachteile und die Rolle eines aktiven Beobachters hilft dabei, beides in Einklang zu bringen. Durch regelm\u00e4\u00dfige Praxis lernt man auch, immer flexibler zu werden, z.B. passiver Beobachter bei der Meditation, aktiver beim Sport und das &#8222;normale&#8220; Ich-Verst\u00e4ndnis beim Nachdenken \u00fcber den eigenen Standpunkt. Das haut schon jetzt nach ein paar Tagen \u00dcbung hin, erstaunlich oder? Allerdings haben die letzten Tage auch gezeigt, da\u00df hier noch Raum zur Verbesserung ist, da ich manchmal schon merkte, wie ich flie\u00dfend und spielerisch hin und her wechselte. Es ist wie so oft, die Theorie ist zwar hilfreich aber das Entscheidende ist die Praxis!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der K\u00f6rper ist meiner Meinung nach nur deswegen f\u00fcr die Konzentrations\u00fcbungen bei der Meditation geeignet, weil er uns f\u00fcr die Empfindungen im Hier und Jetzt \u00f6ffnet und damit ein Schl\u00fcssel zur Achtsamkeit ist. 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