{"id":623,"date":"2014-11-07T01:48:08","date_gmt":"2014-11-06T23:48:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.jenko.de\/?p=623"},"modified":"2014-11-07T01:48:08","modified_gmt":"2014-11-06T23:48:08","slug":"aller-anfang-ist-schwer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.jenko.de\/?p=623","title":{"rendered":"Aller Anfang ist schwer"},"content":{"rendered":"<p>Meditation ist harte Arbeit! Zumindest f\u00fcr Novizen wie mich, die sich durch die ersten Tage qu\u00e4len. Ern\u00fcchterung macht sich bei mir breit, dazu gesellt sich Frust und Demotivation. Ich lasse meine rational denkende Gehirnh\u00e4lfte ran. &#8222;Das sind nur Deine Gedanken, die wollen nicht, da\u00df Du das Ruder \u00fcbernimmst!&#8220;, versuche ich mir einzureden. Das hatte ich mir jedenfalls irgendwie anders vorgestellt und dennoch, diese &#8222;Leidensphase&#8220; ist durchaus typisch f\u00fcr Neulinge auf dem Gebiet der Meditation. Ich habe mir nat\u00fcrlich hier auch gleich das Hardcore-Programm ausgesucht &#8230; naja, so bin ich halt, wenn schon, denn schon.<\/p>\n<p>Hardcore-Programm bedeutet vor allem Vollzeit-Meditation, 12-14 Stunden am Tag, ab 4.30 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Zu essen gibt es Fr\u00fchst\u00fcck ab 6 Uhr und Mittagessen ab 11 Uhr, vegetarisch versteht sich. Das war&#8217;s, ab 11.30 Uhr hei\u00dft es, von den Fettpolstern zehren. Wenn ich denn welche h\u00e4tte. Ab sp\u00e4testens 18 Uhr meldet sich bei mir logischerweise der Magen und ich versuche, ihn mit Wasser und Fruchts\u00e4ften zu tr\u00f6sten &#8230; vergeblich. Folglich geht es regelm\u00e4\u00dfig mit knurrendem Magen in die Heia.<\/p>\n<div id=\"attachment_683\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image28.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-683\" class=\"wp-image-683 size-full\" src=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image28.jpg\" alt=\"image\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image28.jpg 1000w, http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image28-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-683\" class=\"wp-caption-text\">Sitz-Meditation &#8230; immer im 60-min\u00fctigen Wechsel mit der Geh-Meditation<\/p><\/div>\n<p>Ein Hardcore-Programm ist das, was ich tue aber auch mental. Ich habe 7 Wochen Reise hinter mir mit tausenden von Eindr\u00fccken in kurzer Zeit, war quasi t\u00e4glich an einem anderen Ort und zudem in L\u00e4ndern, Regionen und St\u00e4dten, die hektisch, laut und ungesund sind. Und nun, schwups, von einer Sekunde auf die andere habe ich das komplette Kontrastprogramm, absolute Ruhe und gesunde, ausgewogene Ern\u00e4hrung in einer paradiesischen Umgebung und purer Natur. Hatte ich vorher st\u00e4ndigen Kontakt zu meinen Mitmenschen und eine ganze Reihe von Bekanntschaften geschlossen, bin ich hier umfassend auf mich fokussiert, schweigend, alleine mit meinen Gedanken. Ich kann damit umgehen, weil ich beide Extreme und den Umgang damit kenne, genauso gut kann ich mir aber vorstellen, da\u00df dieser Zustand anderen Menschen Angst bereitet. Wenn das kein Hardcore ist &#8230;<\/p>\n<p>Was die ganze Angelegenheit noch schwieriger macht, sind die Rahmenbedingungen. Beim Meditieren wird selbstredend besonders Wert auf Achtsamkeit gelegt. Alle Bewegungen im Rahmen der sitzenden und auch der gehenden Meditation, wie auch sonst alle Aktivit\u00e4ten, von Pinkeln gehen bis Z\u00e4hne putzen, geschehen achtsam, also sehr langsam und mit Bedacht. Es gilt ja, die Meditationsobjekte zu beobachten und das kann man am besten, wenn man alles langsam tut und parallel seine Gedanken auf das Meditationsobjekt fokussiert. Leider ist man beim Meditieren jedoch nicht alleine, nein, man wird so von etwa einer gef\u00fchlten Milliarde von Moskitos umschwirrt, die es ganz toll findet, da\u00df man sich langsam bewegt oder, wie bei der Sitz-Meditation, am besten garnicht &#8230; das macht das Blutsaugen einfacher. Ich fasse das nochmal zusammen: ich soll mich also mit meinen Gedanken ganz auf das Meditationsobjekt fokussieren, das Pi mal Daumen 12-14 Stunden durchgehend am Tag, sagt die Vipassana-Meditationsvorschrift, und lasse mich nebenbei schweigend und mit leerem Magen von einer Horde Moskitos maltr\u00e4tieren &#8230; ganz tolle Sache! Den Kollegen neben mir im Zimmer habe ich jedenfalls nur kurz gesehen, der hat vorhin seinen Rucksack gepackt und das Weite gesucht &#8211; Weichei!<\/p>\n<div id=\"attachment_684\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image29.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-684\" class=\"wp-image-684 size-full\" src=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image29.jpg\" alt=\"image\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image29.jpg 1000w, http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image29-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-684\" class=\"wp-caption-text\">Kein Witz &#8211; hiermit werden Moskitos gefangen und artig nach drau\u00dfen gebracht &#8230;<\/p><\/div>\n<p>Nun, wie meditiert man richtig? Zun\u00e4chst habe ich gelernt, dass es in der Meditation und generell wichtig ist, nicht gegen Gedanken anzuk\u00e4mpfen sondern sie als Ereignisse zu betrachten, die sich im Bewusstsein abspielen. Tut man das nicht, f\u00e4llt es noch schwerer sie loszulassen. Also, Gedanken zulassen, registrieren, vorbeiziehen lassen und mit der Aufmerksamkeit wieder zum Konzentrationsobjekt zur\u00fcck. Klingt einfach oder? Ist es aber nicht! Es ist sauschwer und anstrengend, sich die ganze Zeit auf ein Objekt zu konzentrieren, bei der sitzenden Meditation ist es in der Regel die Atmung, bei der gehenden der Gang an sich, das Auf und Ab des linken und rechten Beines.<\/p>\n<p>Es erscheint mir vorteilhaft, zun\u00e4chst einmal die Rolle eines passiven und neutralen Beobachters zu \u00fcben, um die n\u00f6tige Distanz zu seinen Gedanken aufzubauen. Danach kann man zum aktiven Beobachter \u00fcbergehen und seinen Gedanken zustimmen oder sie ablehnen. Wichtig ist, da\u00df man diesen Moment \u00fcbt. Irgendwann sp\u00fcrt man wohl intuitiv, wie es funktioniert, so weit bin ich aber noch nicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_685\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image30.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-685\" class=\"wp-image-685 size-full\" src=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image30.jpg\" alt=\"image\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image30.jpg 1000w, http:\/\/blog.jenko.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/image30-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-685\" class=\"wp-caption-text\">Hier meditieren sogar die Katzen<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meditation ist harte Arbeit! Zumindest f\u00fcr Novizen wie mich, die sich durch die ersten Tage qu\u00e4len. 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